HERA LIND

Leserstimmen

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Weitere Lesermeinungen

Die Frau, die frei sein wollte

Verena

11. Dezember 2018

Ein Roman mit Nachklang

Der Roman „Die Frau, die frei sein wollte“ hat mich beeindruckt. Hera Lind beschreibt hier die wahre Geschichte einer jungen Deutsch-Türkin, die in einem stark patriarchisch geprägten Umfeld aufwächst. Immer wieder fügt sie sich ihrem vermeintlichen Schicksal, dass ihr einen gewalttätigen Ehemann zur Seite gestellt hat. Hilfe kann sie kaum erwarten, da Ehre und Stolz der Familie beschmutzt werden könnten.
Beim Lesen habe ich mich immer wieder gefragt, warum die Protagonistin sich über so eine lange Zeit diesem Martyrium aussetzt, wieso sie nicht aufbegehrt und sich aus ihren Fesseln löst. Sie möchte frei sein, kann sich aber aufgrund ihre indoktrinierten Erziehung nicht aus ihrer Situation lösen.
Das Buch steht meiner Meinung exemplarisch dafür, wie sehr Erziehung bzw. erlernte gesellschaftliche Konventionen einen Menschen prägen können. In diesem Fall fast bis zur Selbstaufgabe. Umso stärker, dass die Hauptperson es schafft, sich letztendlich doch zu befreien und ein neues Leben zu beginnen. Ein Vorbild für Frauen in der gleichen oder ähnlichen Position! Deshalb lesenswert!
Einzig und allein der Schreibstil war nicht so mein Fall. Zwischendurch zog sich das Buch etwas und die Schreibweise war teilweise etwas „platt“.


Die Frau, die frei sein wollte

Chattys Bücherblog

11. Dezember 2018

Ein Roman, der mich tief berührt hat


Da ich schon mehrere Tatsachenromane der Autorin gelesen habe, war ich neugierig, was sich hinter der FRAU, DIE FREI SEIN WOLLTE, verbirgt. Schon das Cover deutet darauf hin, dass es in gewisser Weise um Flucht gehen sollte. Eine Frau fliegt mit ihrem Kind. Hiermit beginnt schon das Kopfkino.

Auf 416 Seiten beschreibt die Autorin anhand der jungen Selma, was es heißt, der Familie bzw. dem Glauben ausgeliefert zu sein. Sie wächst in einer eher modern geprägten türkischen Familie auf, wird gut gehütet und steht kurz vor ihrem Abitur. Dann steht sie plötzlich einer anderen Auslegung des Glaubens, der Religion gegenüber. Eine Religion, die sehr viel Wert auf Unschuld, Ehre und Ansehen legt und viel Scheinheiliges offenbart.

Es ist erschütternd zu sehen, wie sehr diese Traditionen einen modernen Menschen brechen können. Ebenso war ich teilweise wirklich schockiert, mit welcher Gewalt Orhan sich seine Frau gefügig machen wollte zw. sie ja wirklich gebrochen hat. Ihre Psyche, ihre Seele wurde komplett zerstört. Es zeigt sich an vielen Einzelfällen, wie aggressiv Selma entgegen getreten wurde. Eine Schwiegermutter, die ebenfalls den Willen brechen möchte, obwohl oder gerade weil sie selbst bei ihrem Mann hörig ein musste.

Ich habe mir teilweise wirklich ertappt, wie die Stimmung der Geschichte auf mich übergegriffen hat, und wie ich selbst frustriert wurde. Frustriert, da Selmas Kampf lange Zeit nahezu aussichtslos erschien.

📚 Fazit 📚

Ich möchte hier nicht über Religion oder Glaube auslassen, da es wohl überall sone und solche gibt. Vielmehr betrachte ich die beiden Personen und das Thema Gewalt in der Ehe. Es war wirklich erschreckend zu lesen, wie Selma gedemütigt wurde. Sie hatte alles, wirklich alles verloren und zum Schluß noch ihre Seele. Dennoch hatte sie den Mut und die Kraft weiterzukämpfen.

Ich hoffe, dass Selma ihren weiteren Weg ohne Demütigungen und Gewalt fortsetzen kann und wünsche ihr dafür alles erdenklich Gute.


Die Frau, die frei sein wollte

Gabriele

11. Dezember 2018

Sehr berührend!

Dieses Buch ist wirklich sehr berührend.
Sowohl der Protagonistin als auch der Autorin ist es diesmal gelungen, ein Buch nicht Seitenfüllend in die Länge zu ziehen, im Gegenteil, von der ersten bis zur letzten Seite ist das Buch spannend, mitreißend und lesenswert.
Selma wird als junges Mädchen zwangsverheiratet, verliert ihre Unschuld, ihren Stolz, ihr Selbstvertrauen und all die Träume ihrer Kindheit.
Ihr brutaler Ehemann missbraucht und schlägt die junge Frau brutal.
Selmas einziger Halt in dieser schweren Zeit ist ihre gemeinsame Tochter, mit der ihr erst nach Jahren die Flucht aus dieser Ehehöhle gelingt.
Schritt für Schritt kämpft sie sich als alleinerziehende Mutter mit türkischen Wurzeln, in Deutschland zurück ins Leben.
Nicht nur die bedingungslose Liebe zu ihrer Tochter, auch der Wunsch, endlich frei zu sein, geben ihr unsagbar viel Kraft und Mut.
Besonders gut gefallen hat mir an diesem Buch, dass der Leser immer wieder mit Selmas glücklicher Kindheit konfrontiert wird, ohne diese Einblicke und Kapitel, wäre das gelesene kaum verkraftbar gewesen für mich, da es dem Leser ja immer bewußt ist, es handelt sich hier um eine wahre Geschichte.
Von Herzen wünsche ich "Selma" und ihrer Tochter für die Zukunft alles Glück dieser Welt.


Die Frau, die frei sein wollte

Kiki

11. Dezember 2018

Die Frau, die frei sein wollte

Die junge Türkin Selma wächst in Deutschland in relativ modernen Verhältnissen auf. Sie will ihr Abitur machen und den Medizinstudenten Ismet heiraten. Eines Tages steigt sie zu Orhan, einem Bekannten, der sie nach Hause fahren will, ins Auto. Er bringt sie jedoch zu seiner Familie, dort wird Selma geschlagen und eingesperrt, bis sie einwilligt, Orhan zu heiraten. Dieser schlägt und demütigt sie über Jahre, und sie lässt alles über sich ergehen, denn er droht damit, sie und ihre Familie zu töten. Erst als sie eine Tochter bekommt, beginnt sie langsam sich zu wehren. Mit Hilfe ihrer Familie, die lange nur teilnahmslos zugeschaut hat, gelingt es ihr sich zu befreien und ein "normales" Leben zu führen.


Die Frau, die frei sein wollte

Elke König

10. Dezember 2018

Bewegend und nachdenklich stimmend.

Inhaltsangabe:

Ruhrgebiet 1979: Selma, 17 Jahre alt und Türkin mit Herz und Seele, steht kurz vor ihrer ersehnten Hochzeit mit Ismet, als ihr Leben aus den Fugen gerät. Orhan, Sohn von entlassenen Mitarbeitern ihres Vaters, kann sie in einem unverfänglichen Moment entführen und raubt ihr die Ehre, ihre Fröhlichkeit und die Lust zum Leben.

Mit Gewalt herrscht er über sie, hält sie in der Wohnung gefangen und manipuliert sie in jeder Sekunde. Den Kontakt zu ihrer Familie lässt er nicht zu. Als sie ihre Tochter zur Welt bringt, weiß sie, dass sie handeln muss. Doch sie braucht dazu Hilfe.

Mein Fazit:

Meine Eltern haben früher nicht mit Geschichten gespart, wenn es um die türkischen Gastarbeiter ging. Sehr viele Vorurteile wurden geschürrt, aber vieles stimmte auch einfach – so im Nachhinein betrachtet.

Inzwischen bin ich erwachsen und habe mir schon mein eigenes Bild über meine Mitmenschen gemacht, die türkische Wurzeln haben. Es sind durchweg positive Erfahrungen gewesen, dennoch ist immer ein Rest Vorsicht geblieben.

Das, was Selma in ihrer Geschichte schildert, hätte aber durchaus auch jedem deutschen Mädchen passieren können, wenn es in einer ähnlichen Familienstruktur aufgewachsen wäre. Jungs durften alles und die Mädchen mussten ihre Tugend bis aufs Blut verteidigen. Welche zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit, die dort immer wieder geschildert wird und die Selma für sich auch so verinnerlicht hat.

Die Geschichte ist bewegend, bestätigt das eine oder andere Klischee und Vorurteil, doch offenbahrt sich an manchen Stellen, das auch in anderen Kulturen nicht alles gedulded wird. Doch der Preis scheint dafür oftmals sehr hoch zu sein.

Ich habe mit Selma gelitten, mich mit ihr gefreut und sie für ihren Mut und ihren Kampfeswillen bewundert. Es ist schon fast unmenschlich, was sie geleistet hat. Aber sie hat sich vom Schicksal nicht klein kriegen lassen. Es soll jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es mehr als nur schwer ist, aus so einer Situation auszubrechen.

Mit überzeugten und nachdenklichen fünf Sternen kann ich das Buch sehr empfehlen.

Anmerkung: Ich habe es als eBook gelesen.


Die Frau, die frei sein wollte

Janesway

10. Dezember 2018

Sehr bewegend

Alte türkische Vorstellungen von Ehre und Verpflichtung bestimmen Selmas Leben. Glücklicher Weise kommt sie mit ihrer Familie bei der Wahl ihres zukünftigen Ehemannes überein. Doch dann steigt sie zu Orhan ins Auto. Ab diesem Moment gibt es kein Zurück. Denn Orhan wird sie nicht freigeben.

Wie eine einzige Entscheidung im Leben alles umwerfen und auf den kompletten weiteren Lebensweg Einfluss haben kann, dessen wird man hier auf äußerst erschreckende Weise gewahr. Selmas Los wünscht man wahrhaftig niemandem und ihre Verzweiflung in ihrer ausweglosen Lage ist so greifbar, dass ich manche mitfühlende Träne ließ.

Schon nach wenigen Seiten sind wir auf dem Stand, den uns der Buchrücken vorgibt und damit mit dem bereits zu erwartenden Handlungsverlauf am Ende. Was danach kommt, trifft ganz unvorbereitet, aber zielsicher. Es ist eine Erzählung von schrecklicher Ungerechtigkeit, Machtlosigkeit und körperlichem sowie seelischem Leid. Aber auch von dem Recht auf ein unbeschwertes Leben, dem Wunsch nach Selbstbestimmung und von dem Versuch einer Blume, sich trotz grauer Wolken Richtung Sonne zu strecken.

Selma macht charakterlich viele Entwicklungen durch: mal ist sie stolz, mal voller Trauer, mal sehnsüchtig, dann ängstlich…sie ist sehr facettenreich. Und sie zu begleiten, war mir ein echtes Erlebnis. Zeitsprünge in Selmas Kindheit brachten nochmal ganz andere Seiten von ihr zum Vorschein oder erklärten Hintergründe und Beweggründe, auch wenn ich am liebsten bei der Haupthandlung blieb.

Das Buch habe ich regelrecht verschlungen, wie es mir schon ewig nicht mehr passiert ist. Hera Linds schonungslose Beschreibungen verfehlen ihre Wirkung nicht. Mit dem Wissen darum, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, prägen sich die Ereignisse sehr ein.

Ich wünsche dir, „Selma“, weiterhin viel Stärke im Kampf gegen deine Dämonen aus der Vergangenheit. So viele Jahre, in der deine Geschichte verschlossen in dir ruhte…jetzt wird sie hinausgetragen in die Welt, auf dass das Leid und das Unrecht Gehör finden und dein Mut andere ansteckt, sich nicht in ihr vermeintliches Schicksal zu ergeben.

„Sobald der erste Schritt getan ist, kann es nur noch vorwärts gehen.“
(Hera Lind: Die Frau, die frei sein wollte. Diana Verlag)


Die Frau, die frei sein wollte

Anja

9. Dezember 2018

Tolles Buch!

Mir hat das Buch sehr gefallen.
Es war sehr bewegend, die Geschichte von Selma zu verfolgen, wie sie als Opfer um ihre Freiheit und Selbstständigkeit kämpft!
Leider ist dieses Thema Gewalt in der Ehe weit verbreitet.
Es rüttelt einen wach, mal genauer hin zu sehen. Wer weiß, wie vielen Frauen in der Nachbarschaft es so geht?


Die Frau, die frei sein wollte

Biggi

5. Dezember 2018

Lesenswert

Die Geschichte ist tragisch, man kann sich kaum vorstellen, was die junge Frau erdulden musste! Sehr gutes Buch!


Die Frau, die frei sein wollte

Silke

3. Dezember 2018

Ein schlimmes Schicksal, einer starken Frau

Hera Lind schreibt über das schlimme Schicksal von Selma, einer jungen Türkin, die mit 17 Jahren zwangsverheiratet wird. Andere Länder, andere Sitten möchte man bei dem Buch sagen und es ist schwer auszuhalten, wie Selma all die seelischen und körperlichen Grausamkeiten in ihrer Zwangsehe aushält. Ein Weg durch die Höhle mit einem dann doch guten Ende. Einzig der Sprung von Gegenwart in die Vergangenheit erschwert das flüssige Lesen.


Die Frau, die frei sein wollte

Gelinde Reiter

3. Dezember 2018

Die Frau, die frei sein wollte

Die Frau, die frei sein wollte, von Hera Lind

Cover:
Hier kommt gut das gehetzte und angstvolle Gefühl der Protagonistin rüber.

Inhalt:
Selma kommt Anfang der 1960er Jahre als Gastarbeiterkind mit ihrer Familie nach Deutschland.
Sie und ihre Familie lebt sich schnell ein, wenn auch der Balanceakt zwischen heimatlicher Kultur und deutscher Lebensweise immer zu spüren ist.
Alles könnte so gut verlaufen, wäre da nicht Orhan!
Ein Mann (Türke) der in türkischen Denkweisen verhaftet bleibt und Selma besitzen will.
Er entführt Selma quasi und für sie beginnt ein jahrelanger Höllentripp.

Meine Meinung:
Eine Geschichte, die ich mit Entsetzen und Gänsehaut gelesen habe.
Meine Gedanken fuhren Achterbahn:
Es ist so unglaublich, was Selma erduldet hat, und immer wieder kommt der Gedanke, warum hat sie sich nicht gewehrt, warum niemandem anvertraut?
Aber dann kommt immer wieder Ansatzweise das Verstehen: sie ist in ihrer Denkweise und ihrem erzogenen Rollenverhalten gefangen.
Wie oft geht es uns nicht selber so: wir wollen ganz anders sein und handeln und schaffen es einfach nicht.

Trotzdem finde ich einfach Widersprüche, die wir uns mit westlichen Denkweisen vermutlich nicht erklären können.
Selma betont immer wieder, wie sehr die Familie zusammenhält, z.B. keine alleinerziehende Frau steht alleine da, aber dann wird eine junge Frau, sofort verstoßen, nur weil sie schwanger ist??

Auf jedenfall ist dies eine Lebensgeschichte, bei der man wirklich kaum glauben kann, dass Selma sich daraus wie der Phönix aus der Asche erhebt und immer stärker und selbstbewusster wird.
Das Happy End am Schluss ist irgendwie unglaublich.

Der Schreibstil hat mir nicht so gefallen.
Hier wird kunterbunt durch die Jahre gesprungen. Zwar steht am Beginn der einzelnen Kapitel immer die Jahreszahl, aber es war schon schwierig zu überlegen was war jetzt 1979, 1988,1972, 2013 dann doch wieder 1985.
Und dies mehr als 50 mal, das finde ich unnötig und total verwirrend.
Auch ein inhaltlicher Widerspruch hat mich kurzzeitig sehr verwirrt.

Autorin:
Hera Lind studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor sie mit ihren zahlreichen Romanen sensationellen Erfolg hatte. Hera Lind lebt mit ihrer Familie in Salzburg.

Mein Fazit:
Selma durchlebt einen jahrelangen Höllentripp, ein Martyrium, das ich mir nicht vorstellen kann.
Doch sie erhebt sich wie ein Phönix aus der Asche und wird stark und selbstbewusst.

Es wird zwar im Buch darauf hingewiesen, dass dies kein rein türkisches Problem ist, aber die Verflechtungen hier sind eben nun mal mit dieser mir so völlig fremden Kultur und Denkweise.
Von mir 4 Sterne.