Über alle Grenzen

Roman nach einer wahren Geschichte

Voller Begeisterung zieht die bayrische Familie Alexander in den späten 1950er-Jahren vom Chiemsee nach Thüringen, wo der Vater Direktor im Erfurter Zoo wird. Ein Paradies für die Kinder Lotte, Bruno und deren Schwestern. Doch dann wird die Mauer gebaut, und es gibt kein Zurück. Obwohl der musikalisch hochtalentierte Bruno gerade frisch verheiratet und Vater geworden ist, flieht er Hals über Kopf in den Westen. Er ist frei, hinterlässt aber eine geschockte Familie, deren Leben nun vollends aus den Fugen gerät. Besonders als Bruno den Vater anfleht, seiner Frau und dem Baby zur Flucht zu verhelfen ...

Leserstimmen

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  • Ein sehr emotionales Buch

    Von: Frau_Heike Datum: 30. Juli 2019

    Inhalt:
    Werner Alexander lebt mit seiner Ehefrau und seinen fünf Kindern im beschaulichen Bayern. In den 50er Jahren erhält der Vater, ein promovierter Tropenmediziner, ein verlockendes Angebot. Er soll den Posten des Direktors im Erfurter Zoo übernehmen. Die Familie Alexander zieht, mit der Option der Rückkehr nach Bayern, in die in Thüringen gelegene Stadt Erfurt. Für die Kinder beginnt ein Leben wie im Paradies.  Doch dann wird die Mauer gebaut und die Familie Alexander kann nicht mehr zurück nach Bayern und muss in der DDR bleiben. Der einzige Sohn Bruno, ein hochtalentierter Geiger,  kommt mit dieser Situation nicht klar. Er träumt von einem Leben als erfolgreicher Musiker im Westen. Dem frisch verheirateten Bruno gelingt in einer Nacht- und Nebelaktion die Flucht in den Westen. Zurück lässt er Frau und Kind.  Er bittet seinen Vater seiner Frau und seinem Sohn zur Flucht zu verhelfen. Werner Alexander wird dadurch zum Fluchthelfer und das Schicksal der Familie Alexander nimmt seinen Lauf. Die gesamte Familie ist den  Repressalien der Staatssicherheit der DDR ausgeliefert…. Besonders leiden Bruno‘s Eltern und dessen  Schwester Lotti mit Familie. Lotti, die eine besondere Beziehung zu ihrem Bruder Bruno hat, reist mit ihrer Familie im Jahr 1985 offiziell in die BRD aus. Dort macht sie sich auf die Suche nach ihrem Bruder Bruno, der mittlerweile ins soziale Abseits gerutscht war. Sie findet ihn im Jahr 2010 in einem Pflegeheim in Neumünster. Lotti veranlasst, dass Bruno in ein Pflegeheim nach Bayern umzieht und kümmert sich dort sehr liebevoll um ihn. Missstände im Pflegeheim und bei der Versorgung von ihrem Bruder bleiben hier nicht unerwähnt.
     
    Meine Meinung:
    Es ist schon einige Jahre her als ich ein Buch von Hera Lind gelesen habe. Dieses Buch hier hat mich vom Cover aber mehr noch vom Klappentext angesprochen. Ich habe bei diesem Buch auf eine spannende und interessante Geschichte  gehofft, und ich wurde nicht enttäuscht.
    Im Untertitel des Romans heißt es: Roman nach einer wahren Geschichte. Aber es sind eigentlich die Geschichten von zwei verschiedenen Familien, die Hera Lind gekonnt in einer Geschichte zusammengefügt hat. In ihrem Nachwort lässt sie nicht unerwähnt, dass hier auch einige Details und Ereignisse angepasst werden mussten, damit es eine „runde“ Geschichte wurde. Auch wurde an einigen Stellen die Handlung etwas ausgeschmückt, damit alles gut zusammenpasst. Ich habe das Nachwort der Autorin und die Nachworte der beiden Zeitzeuginnen zuerst gelesen und das war für mich sehr hilfreich.
    Erzählt wird in der Ich-Form aus der Sicht von Lotti. Der Roman ist unterteilt in zwei Erzählstränge. Zum einen die Geschichte der Familie Alexander im Zeitraum vom Umzug nach Erfurt bis zur Ausreise von Lotti und ihrer Familie im Jahr 1985 und zum anderen die Geschichte von Bruno’s Leben im Pflegeheim ab dem Jahr 2010 bis zu seinem Tod. Jedes Kapitel beginnt mit einer Überschrift und einer Zeit- und Ortsangabe. Somit wusste man immer in welchem Zeitfenster die Geschichte spielt.
     
    Ich bin gleich sehr gut mit dem Buch gestartet. Hera Lind verfügt über einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil. Ihre Beschreibungen sind sehr bildhaft, ich konnte mir die einzelnen Charaktere und die Handlungsorte sehr gut vorstellen. Die beiden Familienschicksale sind sehr gut miteinander verflochten. Die Geschichte ist von Anfang an sehr spannend und ab der Hälfte des Buches hatte sie für mich eine wahre Sogwirkung. Ich wollte nicht aufhören diese fesselnde Familiengeschichte zu lesen. Immer wollte ich wissen, wie es weitergeht, was mit der Familie Alexander geschieht. Zum Ende hin hat sich  der Spannungsbogen nochmal richtig erhöht. Die Geschichte hat Tiefgang, ist spannend und emotional. Die Zerissenheit und die teilweise Hoffnungslosigkeit der Familie Alexander hat die Autorin sehr gut dargestellt. Man wurde mitgenommen in die Welt der ehemaligen DDR,  und es wurde die Seite der DDR beleuchtet, die  weniger schön war. Oftmals schwer vorstellbar, dass es diese Machenschaften der Staatssicherheit gegeben hat, aber leider doch so wahr. Ein schweres und unschönes Stück DDR-Geschichte, welches nicht in Vergessenheit geraten sollte. Einige Dinge sind mir jedoch, so wie sie in dem Roman beschrieben wurden, nicht bekannt. Z. B. , dass es Bananen auf Rezept gab oder, dass man in den Betrieben mit Nachnamen angesprochen wurde und gleichzeitig geduzt wurde. Das war meines Wissens nach nur unter Parteigenossen üblich. Aber dies hat der sehr emotionalen und berührenden Geschichte in keiner Weise geschadet.

    Fazit:
    Ein fesselndes Buch mit welchem dem Leser ein Stück DDR-Geschichte näher gebracht wird. Mir hat das Buch, trotz der erschreckenden Machenschaften der Staatssicherheit der DDR und des schlimmen Schicksals der Familie Alexander, sehr gut gefallen.
    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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  • Über alle Grenzen

    Von: HappyFace313 Datum: 9. Juli 2019

    Auf das neue Buch von Hera Lind war ich sehr gespannt. Ihre Story beruht  auf zwei wahre Geschichten, die die Autorin gekonnt zu einer spannenden Erzählung zusammengefügt hat.

    KLAPPENTEXT:
    Voller Begeisterung zieht die bayrische Familie Alexander in den späten 1950er-Jahren vom Chiemsee nach Thüringen, wo der Vater Direktor im Erfurter Zoo wird. Ein Paradies für die Kinder Lotte, Bruno und deren Schwestern. Doch dann wird die Mauer gebaut, und es gibt kein Zurück. Obwohl der musikalisch hochtalentierte Bruno gerade frisch verheiratet und Vater geworden ist, flieht er Hals über Kopf in den Westen. Er ist frei, hinterlässt aber eine geschockte Familie, deren Leben nun vollends aus den Fugen gerät. Besonders als Bruno den Vater anfleht, seiner Frau und dem Baby zur Flucht zu verhelfen ...

    !!! ACHTUNG SPOILER!!!

    VOM CHIEMSEE NACH ERFURT
    Lotti und ihr zwei jahre älterer Bruder Bruno wachsen zusammen mit den Schwestern Edith, Marianne und Baby Tanja in einem liebevollen Elternhaus auf. Der Vater, der im Sommer 1959 das Angebot annimmt Direktor des Erfurter Zoos zu werden, verläßt mit Frau und den 5 Kindern die bayrische Heimat und Verwandte am Chiemsee. Dass der Umzug nach Thüringen eine Reise ohne Wiederkehr wird, ist der Familie zu dem Zeitpunkt nicht klar. Sie pflegen bis zum Bau der Mauer weiterhin ihre West-Kontakte, was in der DDR nicht gern gesehen wird und Folgen hat. So darf Lotti beispielsweise nicht studieren, sondern muss eine Lehre absolvieren.

    BRUNO/BURSCHI  
    Bruno - der von allen nur Burschi genannt wird - ist ein begnadeter Geiger , der von seiner Familie vergöttert wird. Er darf mit seiner Geige auf Tournee gehen, die Grenzen der DDR verlassen und fremde Länder bereisen. Die Sängerin Kati erobert sein Herz und schon bald stellt sich Nachwuchs ein. Alles könnte eitel Wonne sein. Doch Bruno ist von Tag zu Tag unzufriedener mit DDR-System und flieht in den Westen. Damit beginnen die Repressalien für die ganze Familie. Zwar ist Katis Vater linientreu, doch auch er kann nur bedingt helfen. Es dauert nicht lange, bis Bruno seinen Vater bittet Kati und dem Baby bei der Flucht in die Bundesrepublik behilflich zu sein. Kurz darauf fliehen auch Schwiegertochter und Enkel in den Westen.

    Doch dann erkrankt Brunos Mutter schwer. Bruno wünscht sich nichts sehnlicher, als seine Mutter noch einmal zu sehen. Edith und Marianne, beide mit linientreuen DDR-Bürgern verheiratet, haben längst mit Bruno gebrochen und machen ihn für das schwere Schicksal der Familie verantwortlich. Von ihnen ist keine Hilfe zu erwarten. Und so entschließt er sich, die Grenzen erneut zu überwinden und für eine paar Stunden zurück in die DDR zu reisen. Aber aus dem Kurzbesuch der Mutter, vor dem Kati händeringend gewarnt hat, wird ein jahrelanger Gefängnisaufenthalt, denn er wird geschnappt. Monatelang weiß kein Mensch wo Bruno steckt - weder Kati, die mit den Kindern im Westen auf ihren Mann wartet, noch die Familie im Osten. Bis Bruno eines Tages in Handschellen in das Haus der Eltern gebracht wird: er darf seiner todkranken Mutter einen letzten, 15minütigen Besuch abstatten.

    LOTTI
    Der Vater hat längst den Posten als Direktor des Erfurter Zoos verloren und seiner Lieblingstochter Lotti ergeht es ähnlich. Da sie nicht bereit ist sich von Burschi loszusagen, muss sie die Folgen tragen und verliert mehrmals ihren Job. Anfang der 1980er Jahre sind die Repressalien gegen sie, ihren Mann Paul und die Töchter so stark, dass sie einen Ausreiseantrag stellen. Als dieser genehmigt wird und sie in die Bundesrepublik ausreisen, verliert sich die Spur von Burschi.

    Lotti, die ihren Bruder über 30 Jahre gesucht hat, wird im Herbst 2010 fündig. Sie findet Bruno in einem Heim, er ist ein Pflegefall. Der Gefängnis-Aufenthalt in der DDR hat ihn zu einem gebrochenen Mann gemacht; alle haben sich von ihm abgewendet. So beschließt sie gemeinsam mit ihrem Mann Paul, den Bruder nach Bayern zu holen. Beide hoffen, dass sie auf die vielen offenen Fragen, die sie bezüglich Brunos jahrelangem Verbleib haben, Antworten bekommen werden.

    Ob sie die bekommen? Lesen Sie selbst!

    FAZIT
    Das Buch ist aus Lottis Sicht in der ich-Form geschrieben. Dabei wechseln die Kapitel zwischen der Zeit in der DDR und der Gegenwart. Hera Lind gelingt es eine flüssige, spannende Geschichte zu schreiben, die ich nur schwer zur Seite legen konnte.

    Mich hat der Roman Über alle Grenzen von Hera Lind sehr berührt und betroffen gemacht, in mehrerlei Hinsicht. Einerseits kann ich bis heute nicht nachvollziehen, wie ein System seinesgleichen systematisch bespitzelt, gegeneinander ausgespielt und fertig gemacht hat. Und andererseits ist die Art und Weise, wie sich die Protagonistin Lotti um ihren pflegebedürftigen Bruder Burschi kümmert, rührend. In meinen Augen ist es bewundernswert, wie sie versucht ihm, so viele Jahre nachdem er selbst die ganze Familie in ein Unglück gestürzt hat, die letzte Phase seines Lebens wieder lebenswert zu gestalten.
    Ich finde das Buch absolut lesenswert.

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  • The road to no return ...

    Von: Isabel Datum: 3. Juli 2019

    Warum dachte ich eigentlich all die Jahre immer Bücher von Hera Lind würden mir nicht gefallen? Mir war gar nicht bewusst, dass sie eine Autorin ist, die unter anderem auch wahre Geschichten aufgreift und sie auf eindrucksvolle Weise ihrem Publikum näherbringt. Genau, wie ich es liebe.
    So auch in diesem Buch, in dem sie die Geschichte der Familie Alexander erzählt, die – man mag es kaum glauben – damals vom Westen in den Osten Deutschlands zog. Doch wenn der Vater von etwas begeistert war, gab es für ihn kein Halten mehr. Hatte er nicht Jahre zuvor die ganze Familie beinahe nach Afrika umgezogen! Nun gab es für ihn diese einmalige Chance seinen Beruf zur Leidenschaft zu machen und nach Thüringen zu ziehen. Während es am Anfang für die Familie nicht immer leicht war, fing man doch bald an sich einzugewöhnen immer mit dem Hintergedanken „Wir können ja jederzeit zurück“. Doch dann kam alles anders und die Brücke zurück in den Westen wurde eingerissen …
    Die Autorin vermittelte einem Wessi wie mir einen Eindruck in das Leben in der ehemaligen DDR, der mich erschüttert hat. Immer mal wieder hatte ich Geschichten über den Überwachungsstaat gehört, doch diese zog mir die Socken aus. Die Unverfrorenheit mit der man nicht nur aus dem Job entlassen werden konnte, ein Studium oder Zeugnis verweigert wurde, einem die Wohnung gekündigt wurde und man sogar ins Gefängnis kam, ist für mich unvorstellbar. Dieses Buch hat mir mal wieder die Augen geöffnet und eigentlich dürfte es doch niemanden geben, der nicht froh darüber ist, dass diese Zeiten – zumindest in unserem schönen Deutschland – vorbei sind.

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  • Without Frontiers ...

    Von: Diane Jordan Datum: 12. Juni 2019

    Was haben ein Elefant und ein Trabbi gemeinsam? Auf den ersten Blick wohl nicht viel. Auf den nächsten, ein erstauntes Gucken und Blinzeln und sich das Buch greifen. Das Cover hat schon mal was, es ist ein richtiger Eyecatcher. Zwei vergilbte Polaroids, teilentsättigt, darüber in himmelblauer Schrift der Name der Autorin, darunter in feuerrot „Über alle Grenzen“. Psychologisch ist die Farbwahl gut durchdacht: Blau, beruhigend, kühl, Weite, Freiheit , dagegen feuerrot, Grenze, Stopp, Gefahr. Hochaktuell, brisant, emotional unter die Haut gehend und sehr, sehr nachdenklich machend, der Klappentext. Mein neuester Roman von Hera Lind hat es in sich. Das Buch ist nach einer/ eigentlich zwei, wahren Geschichten, die mit einigem „fiktiven Kit“ von der Autorin zusammengefügt wurden, kunstvoll aufgeschrieben worden. Es geht um Freiheit, leben mit Grenzen, Familienschicksale und eine dramatische Flucht. Bemerkenswert finde ich, dass dieses der Schriftstellerin scheinbar „mühelos“ gemeistert hat, denn ich kann mir durchaus vorstellen, dass es gedanklich gar nicht so einfach ist, so viel „unter einen Hut“ zu bringen. Die Geschichte wirkt aber nicht künstlich kreiert, sondern könnte durchaus so passiert sein. Die Protagonisten, die bayrische Familie Alexander, deren Vater einen Zoo leitet sowie deren Kinder, sind detailreich beschrieben und wirken dadurch sehr authentisch und sympathisch. Der Bau der Mauer, die Folgen für die Bevölkerung, die Flucht des Bruders und die Auswirkungen auf die zurückgelassene Familie lesen sich dramatisch und ich konnte mir beim Lesen, das ein oder andere Tränchen nicht verkneifen. Eindringlich werden die Repressalien durch den Staat, bzw. durch die Staatssicherheit geschildert. Das Buch rüttelt auf, macht wütend und betroffen und ich bin heilfroh, nicht nur im hier und jetzt zu leben, sondern in Freiheit. Viele Machenschaften/Tatsachen waren mir bis zum Lesen nicht wirklich bewusst und so bin ich bei der Lektüre ein ganzes Stück nachdenklicher und sehr, sehr betroffen geworden. Dadurch, dass es so spannend geschrieben ist, konnte ich es kaum aus der Hand legen und hatte es auch ruckzuck durchgelesen. Besonders beeindruckt haben mich die Nachworte von Iris Bäcker sowie Angelika Schneider und deren Mut „ihre“ Geschichten an Hera Lind zu senden. Hätte sie dies nicht getan, hätte dieses lesenswerte Buch nicht geschrieben werden können und ihre doch recht tragischen Familiengeschichten wären ungehört in der Versenkung verschwunden.

    ... Liebe und Mut, Verrat und Flucht – eine Schwester hält zu ihrem Bruder ...

    Inhalt:
    Voller Begeisterung zieht die bayrische Familie Alexander in den späten 1950er-Jahren vom Chiemsee nach Thüringen, wo der Vater Direktor im Erfurter Zoo wird. Ein Paradies für die Kinder Lotte, Bruno und deren Schwestern. Doch dann wird die Mauer gebaut, und es gibt kein Zurück. Obwohl der musikalisch hochtalentierte Bruno gerade frisch verheiratet und Vater geworden ist, flieht er Hals über Kopf in den Westen. Er ist frei, hinterlässt aber eine geschockte Familie, deren Leben nun vollends aus den Fugen gerät. Besonders als Bruno den Vater anfleht, seiner Frau und dem Baby zur Flucht zu verhelfen ...

    Die Autorin:
    Hera Lind studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor sie mit ihren zahlreichen Romanen sensationellen Erfolg hatte. Mit den Tatsachenromanen wie »Die Frau, die zu sehr liebte«, »Hinter den Türen« und »Die Frau, die frei sein wollte« eroberte sie erneut die SPIEGEL-Bestsellerliste und machte dieses Genre zu ihrem Markenzeichen. Hera Lind lebt mit ihrer Familie in Salzburg.

    Weitere Bücher:
    Vergib uns unsere Schuld, Hinter den Türen, Die Frau die frei sein wollte, Gefangen in Afrika, Drachenkinder, Himmel & Hölle, Die Sehnsuchtsfalle, Mein Mann, seine Frauen & ich, Verwandt in alle Ewigkeit, Der Prinz aus dem Paradies, Der Mann, der wirklich liebte, Tausend und ein Tag, Kuckucksnest und viele mehr ...
    Fazit: 4****Der Roman „Über alle Grenzen: nach einer wahren Geschichte“ ist im Diana Verlag erschienen. Das gebundene Buch hat 384 lesenswerte Seiten, die das kostbare Gut „Freiheit“ noch „wertvoller“ machen und dem Leser dies, meiner Meinung nach, auch eindrücklich vor Augen führen.

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  • Ein aufwühlender Roman vor dem Hintergrund Deutsch-Deutscher Geschichte

    Von: Ingrid Eßer (buchsichten.de) Datum: 11. Juni 2019

    In ihrem Roman „Über alle Grenzen“ hat Hera Lind auf die ihr eigene Weise Lebensgeschichten für den Leser lebendig werden lassen. Zwar heißt es im Untertitel „Roman nach einer wahren Geschichte“, doch eigentlich müsste es heißen „Roman nach zwei wahren Geschichten“, denn die Autorin hat hier zwei unabhängige Schicksal geschickt miteinander verknüpft. Beide Geschichten wurden ihr von Frauen erzählt, die ihren geliebten Bruder verloren haben, die aus der ehemaligen DDR geflohen sind. Mit weiteren Ergänzungen aus ihr bekannten Schilderungen über das Leben im damaligen Ostdeutschland und ihrer Fantasie rundet sie das Erlebte der beiden Frauen ab zu einer berührenden Geschichte über das überwachte Leben einer parteilosen Familie mit Westkontakt in der DDR und dem heutigen Pflegenotstand in ganz Deutschland. In den Vordergrund stellt Hera Lind die fiktive Ich-Erzählerin Lotte, die sozusagen eine Klammer zieht um die beiden Lebensgeschichten.

    Lotte, ihr zwei Jahre älterer Bruder Bruno und ihre drei Schwestern ziehen gemeinsam mit den Eltern im Jahr 1959 von Bayern nach Erfurt, wo der Vater eine Stelle als Zoodirektor antritt. Das Leben der Familie ist glücklich, bis 1961 die Mauer gebaut wird und eine Rückkehr nach Bayern damit unmöglich wird. Bruno ist musikalisch sehr talentiert und erhält die Gelegenheit zu einigen Auslandreisen mit dem Orchester, dem er angehört. Mit steigendem Entsetzen beobachtet er die zunehmende Verminung in den Grenzgebieten. Obwohl Bruno inzwischen verheiratet ist und einen Sohn hat, flieht er in einer spontanen Aktion in den Westen und hofft darauf, dass auch seiner Frau und seinem Kind schon bald die Flucht gelingen wird. Die folgenden Jahre sind geprägt von den Ressentiments gegen Brunos gesamte Familie im Osten. Erst viele Jahre später gelingt es Lotte, den Bruder wieder zu finden, der sich die Schuld an der Misere seiner Familie gibt und sich daher vollständig von seiner Familie zurückgezogen hat. Er ist geprägt von seiner Alkoholsucht und vegetiert mehr oder weniger in einem Pflegeheim im Norden. In der Folgezeit setzt sie alle Hebel in Bewegung, ihm ein Leben in Würde zu ermöglichen.

    Erst die beiden kurzen Stellungnahmen der Frauen, die das Geschilderte tatsächlich erlebt haben, brachte mir die Möglichkeit die zwei Erzählungen zuordnen zu können. Der Roman liest sich in einem Zug, obwohl die Autorin in den Kapiteln immer wieder die Zeitebene wechselt und einerseits von Lottis Leben im damaligen Osten Deutschlands erzählt und andererseits von ihrem Bemühen um ein menschenwürdigen Leben für den Bruder im Pflegeheim in der Gegenwart. Dadurch entstehen einige Cliffhanger. Mit großem Einfühlungsvermögen beschreibt Hera Lind Bruno und die anderen Familienmitglieder, die sie selber nicht kennenlernen konnte. Sie selbst wuchs so wie ich in Nordrhein-Westfalen auf. Meine Familie hatte immer Kontakte in den Osten. Nach meinem Wissen und ihren Beschreibungen konnte ich mir das Leben in der DDR gut vorstellen. Die gewählte Ich-Form für Lotte brachte mir ihre Gefühle näher. Bewegt las ich über das Bangen und Hoffen der Familienmitglieder in vielen Situationen.

    Mit den Schilderungen über den gealterten Bruno und seiner Pflegebedürftigkeit legt die Autorin den Finger in die Wunde unserer heutigen Gesellschaft, der es an Pflegekräften fehlt und die benötigte Zeit für viele Verrichtungen nach Schema abgehandelt werden muss. Das Fehlen des Zwischenmenschlichen und der Wärme im Umgang miteinander tritt dahinter nahezu vollständig zurück.

    Wieder einmal gelingt es Hera Lind aus tatsächlichem Geschehen, diesmal sogar aus den Erlebten zweier Frauen, einen aufwühlenden interessanten Roman vor dem Hintergrund der Deutsch-Deutschen-Geschichte zu gestalten. Sie zeigt auf, zu welchen Handlungen die Liebe unter Geschwistern und zu den Eltern fähig ist. Gerne empfehle ich diese lesenswerte Buch weiter.

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