Über alle Grenzen

Roman nach einer wahren Geschichte

Voller Begeisterung zieht die bayrische Familie Alexander in den späten 1950er-Jahren vom Chiemsee nach Thüringen, wo der Vater Direktor im Erfurter Zoo wird. Ein Paradies für die Kinder Lotte, Bruno und deren Schwestern. Doch dann wird die Mauer gebaut, und es gibt kein Zurück. Obwohl der musikalisch hochtalentierte Bruno gerade frisch verheiratet und Vater geworden ist, flieht er Hals über Kopf in den Westen. Er ist frei, hinterlässt aber eine geschockte Familie, deren Leben nun vollends aus den Fugen gerät. Besonders als Bruno den Vater anfleht, seiner Frau und dem Baby zur Flucht zu verhelfen ...

Leserstimmen

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  • Without Frontiers ...

    Von: Diane Jordan Datum: 12. Juni 2019

    Was haben ein Elefant und ein Trabbi gemeinsam? Auf den ersten Blick wohl nicht viel. Auf den nächsten, ein erstauntes Gucken und Blinzeln und sich das Buch greifen. Das Cover hat schon mal was, es ist ein richtiger Eyecatcher. Zwei vergilbte Polaroids, teilentsättigt, darüber in himmelblauer Schrift der Name der Autorin, darunter in feuerrot „Über alle Grenzen“. Psychologisch ist die Farbwahl gut durchdacht: Blau, beruhigend, kühl, Weite, Freiheit , dagegen feuerrot, Grenze, Stopp, Gefahr. Hochaktuell, brisant, emotional unter die Haut gehend und sehr, sehr nachdenklich machend, der Klappentext. Mein neuester Roman von Hera Lind hat es in sich. Das Buch ist nach einer/ eigentlich zwei, wahren Geschichten, die mit einigem „fiktiven Kit“ von der Autorin zusammengefügt wurden, kunstvoll aufgeschrieben worden. Es geht um Freiheit, leben mit Grenzen, Familienschicksale und eine dramatische Flucht. Bemerkenswert finde ich, dass dieses der Schriftstellerin scheinbar „mühelos“ gemeistert hat, denn ich kann mir durchaus vorstellen, dass es gedanklich gar nicht so einfach ist, so viel „unter einen Hut“ zu bringen. Die Geschichte wirkt aber nicht künstlich kreiert, sondern könnte durchaus so passiert sein. Die Protagonisten, die bayrische Familie Alexander, deren Vater einen Zoo leitet sowie deren Kinder, sind detailreich beschrieben und wirken dadurch sehr authentisch und sympathisch. Der Bau der Mauer, die Folgen für die Bevölkerung, die Flucht des Bruders und die Auswirkungen auf die zurückgelassene Familie lesen sich dramatisch und ich konnte mir beim Lesen, das ein oder andere Tränchen nicht verkneifen. Eindringlich werden die Repressalien durch den Staat, bzw. durch die Staatssicherheit geschildert. Das Buch rüttelt auf, macht wütend und betroffen und ich bin heilfroh, nicht nur im hier und jetzt zu leben, sondern in Freiheit. Viele Machenschaften/Tatsachen waren mir bis zum Lesen nicht wirklich bewusst und so bin ich bei der Lektüre ein ganzes Stück nachdenklicher und sehr, sehr betroffen geworden. Dadurch, dass es so spannend geschrieben ist, konnte ich es kaum aus der Hand legen und hatte es auch ruckzuck durchgelesen. Besonders beeindruckt haben mich die Nachworte von Iris Bäcker sowie Angelika Schneider und deren Mut „ihre“ Geschichten an Hera Lind zu senden. Hätte sie dies nicht getan, hätte dieses lesenswerte Buch nicht geschrieben werden können und ihre doch recht tragischen Familiengeschichten wären ungehört in der Versenkung verschwunden.

    ... Liebe und Mut, Verrat und Flucht – eine Schwester hält zu ihrem Bruder ...

    Inhalt:
    Voller Begeisterung zieht die bayrische Familie Alexander in den späten 1950er-Jahren vom Chiemsee nach Thüringen, wo der Vater Direktor im Erfurter Zoo wird. Ein Paradies für die Kinder Lotte, Bruno und deren Schwestern. Doch dann wird die Mauer gebaut, und es gibt kein Zurück. Obwohl der musikalisch hochtalentierte Bruno gerade frisch verheiratet und Vater geworden ist, flieht er Hals über Kopf in den Westen. Er ist frei, hinterlässt aber eine geschockte Familie, deren Leben nun vollends aus den Fugen gerät. Besonders als Bruno den Vater anfleht, seiner Frau und dem Baby zur Flucht zu verhelfen ...

    Die Autorin:
    Hera Lind studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor sie mit ihren zahlreichen Romanen sensationellen Erfolg hatte. Mit den Tatsachenromanen wie »Die Frau, die zu sehr liebte«, »Hinter den Türen« und »Die Frau, die frei sein wollte« eroberte sie erneut die SPIEGEL-Bestsellerliste und machte dieses Genre zu ihrem Markenzeichen. Hera Lind lebt mit ihrer Familie in Salzburg.

    Weitere Bücher:
    Vergib uns unsere Schuld, Hinter den Türen, Die Frau die frei sein wollte, Gefangen in Afrika, Drachenkinder, Himmel & Hölle, Die Sehnsuchtsfalle, Mein Mann, seine Frauen & ich, Verwandt in alle Ewigkeit, Der Prinz aus dem Paradies, Der Mann, der wirklich liebte, Tausend und ein Tag, Kuckucksnest und viele mehr ...
    Fazit: 4****Der Roman „Über alle Grenzen: nach einer wahren Geschichte“ ist im Diana Verlag erschienen. Das gebundene Buch hat 384 lesenswerte Seiten, die das kostbare Gut „Freiheit“ noch „wertvoller“ machen und dem Leser dies, meiner Meinung nach, auch eindrücklich vor Augen führen.

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  • Ein aufwühlender Roman vor dem Hintergrund Deutsch-Deutscher Geschichte

    Von: Ingrid Eßer (buchsichten.de) Datum: 11. Juni 2019

    In ihrem Roman „Über alle Grenzen“ hat Hera Lind auf die ihr eigene Weise Lebensgeschichten für den Leser lebendig werden lassen. Zwar heißt es im Untertitel „Roman nach einer wahren Geschichte“, doch eigentlich müsste es heißen „Roman nach zwei wahren Geschichten“, denn die Autorin hat hier zwei unabhängige Schicksal geschickt miteinander verknüpft. Beide Geschichten wurden ihr von Frauen erzählt, die ihren geliebten Bruder verloren haben, die aus der ehemaligen DDR geflohen sind. Mit weiteren Ergänzungen aus ihr bekannten Schilderungen über das Leben im damaligen Ostdeutschland und ihrer Fantasie rundet sie das Erlebte der beiden Frauen ab zu einer berührenden Geschichte über das überwachte Leben einer parteilosen Familie mit Westkontakt in der DDR und dem heutigen Pflegenotstand in ganz Deutschland. In den Vordergrund stellt Hera Lind die fiktive Ich-Erzählerin Lotte, die sozusagen eine Klammer zieht um die beiden Lebensgeschichten.

    Lotte, ihr zwei Jahre älterer Bruder Bruno und ihre drei Schwestern ziehen gemeinsam mit den Eltern im Jahr 1959 von Bayern nach Erfurt, wo der Vater eine Stelle als Zoodirektor antritt. Das Leben der Familie ist glücklich, bis 1961 die Mauer gebaut wird und eine Rückkehr nach Bayern damit unmöglich wird. Bruno ist musikalisch sehr talentiert und erhält die Gelegenheit zu einigen Auslandreisen mit dem Orchester, dem er angehört. Mit steigendem Entsetzen beobachtet er die zunehmende Verminung in den Grenzgebieten. Obwohl Bruno inzwischen verheiratet ist und einen Sohn hat, flieht er in einer spontanen Aktion in den Westen und hofft darauf, dass auch seiner Frau und seinem Kind schon bald die Flucht gelingen wird. Die folgenden Jahre sind geprägt von den Ressentiments gegen Brunos gesamte Familie im Osten. Erst viele Jahre später gelingt es Lotte, den Bruder wieder zu finden, der sich die Schuld an der Misere seiner Familie gibt und sich daher vollständig von seiner Familie zurückgezogen hat. Er ist geprägt von seiner Alkoholsucht und vegetiert mehr oder weniger in einem Pflegeheim im Norden. In der Folgezeit setzt sie alle Hebel in Bewegung, ihm ein Leben in Würde zu ermöglichen.

    Erst die beiden kurzen Stellungnahmen der Frauen, die das Geschilderte tatsächlich erlebt haben, brachte mir die Möglichkeit die zwei Erzählungen zuordnen zu können. Der Roman liest sich in einem Zug, obwohl die Autorin in den Kapiteln immer wieder die Zeitebene wechselt und einerseits von Lottis Leben im damaligen Osten Deutschlands erzählt und andererseits von ihrem Bemühen um ein menschenwürdigen Leben für den Bruder im Pflegeheim in der Gegenwart. Dadurch entstehen einige Cliffhanger. Mit großem Einfühlungsvermögen beschreibt Hera Lind Bruno und die anderen Familienmitglieder, die sie selber nicht kennenlernen konnte. Sie selbst wuchs so wie ich in Nordrhein-Westfalen auf. Meine Familie hatte immer Kontakte in den Osten. Nach meinem Wissen und ihren Beschreibungen konnte ich mir das Leben in der DDR gut vorstellen. Die gewählte Ich-Form für Lotte brachte mir ihre Gefühle näher. Bewegt las ich über das Bangen und Hoffen der Familienmitglieder in vielen Situationen.

    Mit den Schilderungen über den gealterten Bruno und seiner Pflegebedürftigkeit legt die Autorin den Finger in die Wunde unserer heutigen Gesellschaft, der es an Pflegekräften fehlt und die benötigte Zeit für viele Verrichtungen nach Schema abgehandelt werden muss. Das Fehlen des Zwischenmenschlichen und der Wärme im Umgang miteinander tritt dahinter nahezu vollständig zurück.

    Wieder einmal gelingt es Hera Lind aus tatsächlichem Geschehen, diesmal sogar aus den Erlebten zweier Frauen, einen aufwühlenden interessanten Roman vor dem Hintergrund der Deutsch-Deutschen-Geschichte zu gestalten. Sie zeigt auf, zu welchen Handlungen die Liebe unter Geschwistern und zu den Eltern fähig ist. Gerne empfehle ich diese lesenswerte Buch weiter.

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  • Von: Schramm Datum: 30. Mai 2019

    Ich habe mir dieses Buch gekauft und angefangen es zu lesen .Am Anfang war es nicht so interessant aber je mehr ich las könnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.Es ist wie alle Bücher die ich bis jetzt gelesen habe wieder sehr gelungen .Und am Ende auch wieder viel geweint über die Schicksale dieser Menschen.

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  • zwei bewegende Geschichten: hinter der Mauer und hinter einem Pflegefall

    Von: Minangel Datum: 18. Mai 2019

    Inhalt: Voller Begeisterung zieht die bayrische Familie Alexander in den späten 1950er-Jahren vom Chiemsee nach Thüringen, wo der Vater Direktor im Erfurter Zoo wird. Ein Paradies für die Kinder Lotte, Bruno und deren Schwestern. Doch dann wird die Mauer gebaut, und es gibt kein Zurück. Obwohl der musikalisch hochtalentierte Bruno gerade frisch verheiratet und Vater geworden ist, flieht er Hals über Kopf in den Westen. Er ist frei, hinterlässt aber eine geschockte Familie, deren Leben nun vollends aus den Fugen gerät. Besonders als Bruno den Vater anfleht, seiner Frau und dem Baby zur Flucht zu verhelfen… (übernommen)

    Meine Meinung: Dieser Roman passiert auf wahren Begebenheiten und zeigt das Schicksal einer Familie im geteilten Deutschland auf. Burschi - hochtalentiert musikalisch - möchte einfach seine Träume leben und durch eine unüberlegte Handlung flieht er. Was diese Flucht an Wellen schlägt, ist authentisch schockierend im Buch dokumentiert. Sogar die Familie seiner Schwester muss noch für seine Handlung geradestehen und sehr bewegend wird ihr Alltag in der DDR geschildert.
    Der Roman erzählt in der Vergangenheit der DDR abwechselnd mit der Gegenwart, wo wir den Alltag als Pflegefall mit all seinen Hürden und Schwierigkeiten kennen lernen, aber auch der liebevollen schwesterlichen Betreuung begegnen. Durch die wechselnde Erzählperspektive der Vergangenheit und der Gegenwart wurde mir als Leser teilweise befürchtete Schrecken genommen bzw. auch bestätigt, was manchmal der entstehenden Spannung die Auflösung nahm (zB die Flucht, ob sie glückt).
    Sehr berührt hat mich auch das Nachwort, wo wir über die realen Personen des Romans und ihren authentischen Erlebnissen erfahren.

    Fazit: zwei emotionale Themen (Flucht aus der DDR und das Leben als Pflegefall) wurden zu einem authentischen Roman zusammengefasst. Mir persönlich hätte für die Geschichte auch ein Thema gereicht, um es vollends emotional auszuschöpfen. So war ich etwas hin und her gerissen, aber das Buch ist mir lesenswerte mauerniederreißende 4 Sterne wert.

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  • Ein deutsches Schicksal

    Von: Christine A. Datum: 16. Mai 2019

    Es ist ein verlockendes Angebot für den Tropenmediziner und Tierarzt Werner Alexander. Ende der 50iger Jahre wird ein Direktor für den Erfurter Zoo gesucht. Die ganze Familie übersiedelt von Bayern in den Osten. Da konnte noch niemand ahnen, dass nur wenige Jahre später diese Entscheidung in eine Katastrophe führte. Inzwischen wurde die Mauer gebaut und die Familie Alexander fühlt sich im Osten gefangen, die Direktorenstelle wurde längst mit einem linientreuen Parteigänger ersetzt. Später führt dann noch die versuchte Republikflucht des Sohnes Bruno zu ständigen Repressalien und Bruno ins Gefängnis.
    Die zweite Zeitebene des Romans spielt in der Gegenwart. Lotte hat nach vielen Jahren ihren verschollenen Bruno ausfindig gemacht. Nach den vielen Gefängnisjahren hat er keinen Platz in der Gesellschaft mehr gefunden, seine Familie zerbrach an seinem Alkoholmissbrauch und seinen Gewaltausbrüchen. Er vegetiert inzwischen krank und verwirrt in einem Pflegeheim vor sich hin. Lotte setzt alles daran, dem Bruder die letzte Lebenszeit besser zu machen und auch seine Kinder zu finden um sie zur Aussöhnung zu bewegen.
    Es sind also gleich zwei große Themenkreise, die Hera Lind in ihrem Buch zusammenfasst. Wobei wir im Nachwort von Protagonistinnen hören, auf deren Erlebnissen und Aufzeichnungen die Rahmenhandlung des Buches beruht. Lebendige, erlebte Geschichte – das hat mich neugierig gemacht und interessiert.
    Sehr anschaulich finde ich das eingeschränkte Leben in der DDR geschildert. Die Bespitzlungen und Eintragungen der Stasi sind für die Familie einschneidend, die Kinder bekommen keine Zeugnisse mehr, eine weiterführende Schule ist unmöglich, all das weiß man aus vielen Berichten. Fast unfreiwillig komisch präsentiert sich die Stasi, wenn später in den Überwachungsprotokollen eine nasebohrenden Tochter aufgeführt wird, die von der Schwester ein Taschentuch gereicht bekommt. Schikane und genaues deutsches Beamtentum ergeben zuweilen eine absurde Mischung.
    Allerdings hatte ich das Gefühl, dass Hera Lind sich nicht ganz exakt in den Sprachgebrauch der damaligen DDR einfühlen konnte. Zu viele Anglizismen und aktuellere Redewendungen sind ihr da in den Text gerutscht.
    Der zweite Themenkreis – das Wiederfinden des Bruders in einer Pflegeeinrichtung – zeigt das ganze Elend des Pflegenotstandes. Bruno, der kaum noch artikulieren kann und Sozialhilfeempfänger ist, wird eigentlich nur noch verwahrt. Lotte kämpft ganz entschieden gegen diese Missstände an und führt geradezu einen Kreuzzug gegen Heimleitung, überarbeitete Pfleger und Gleichgültigkeit.
    Ich kannte Hera Lind bisher nur von ihrem Erstlingswerk „Ein Mann für jede Tonart“ und auch ihren weiteren beruflichen Werdegang hatte ich nicht verfolgt, so dass dieses Buch tatsächlich eine positive Überraschung für mich war. Ich fand es emotional erzählt und auch durch die authentischen Bezüge besonders interessant.

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