Die Hölle war der Preis

Roman nach einer wahren Geschichte

Gisa Stein, genannt Peasy, wächst in Oranienburg nahe Berlin auf. Ihr Traum ist es, Tänzerin zu werden, und sie schafft es bis an die Staatsoper. Doch hier gerät sie in die Fänge der Stasi. In ihrer Verzweiflung versucht sie mit ihrem Ehemann Edgar, einem rebellischen Architekten, in den Westen zu fliehen. In einer kalten Januarnacht 1974 wird das Paar an der Grenze festgenommen und wegen Republikflucht zu fast vier Jahren Haft verurteilt. Was Gisa dann im Frauenzuchthaus Hoheneck durchmacht, ist die Hölle. Von unzähligen Briefen, die Edgar ihr schreibt, erreicht sie nur ein einziger: Er liebt sie und glaubt die Lügen nicht, die im Gefängnis über sie verbreitet werden. Aber Gisa hat ein Geheimnis. Wie hoch ist der Preis dafür?

Interview zu
»Die Hölle war der Preis«

Aus der freundschaftlichen, harmlosen Beziehung wird ganz langsam mehr. So ist das Leben!

Schon der Titel Ihres neuesten Tatsachenromans „Die Hölle war der Preis“ verheißt nichts Gutes. Tatsächlich geht es um ein Frauenschicksal im DDR-Frauengefängnis Hoheneck – was genau erzählen Sie für eine Geschichte?

Die zweiundzwanzigjährige, frisch verheiratete Ostberlinerin Peasy darf als Tänzerin in der DDR nicht mehr auftreten. Aus Verzweiflung steigt sie eines Tages zusammen mit ihrem Mann in den Kofferraum eines fremden Autos, nicht ahnend, dass sie in eine Falle gelockt wurden. Statt in der Freiheit endlich ihre Träume zu leben, folgt nun die absolute Katastrophe: das Frauengefängnis Hoheneck. Jeder einzelne Tag ist für die sensible junge Frau die Hölle. Fortan lebt sie zusammengepfercht auf engstem Raum mit anderen Strafgefangenen. Die Zwangsarbeit, der Umgang der Wärterinnen mit den Inhaftierten, die Verhöre, die grauenvollen langen Stunden, Tage, Wochen und Jahre. Wären nicht die wunderschönen Rückblicke auf Peasys Kindheit und ihre Zeit als erfolgreiche Balletttänzerin, könnte man dieses Buch vielleicht nicht verkraften.

Gisa Stein, die von allen nur Peasy genannt wird, entwickelt in den Jahren ihrer Inhaftierung ungeahnte Kräfte, um diese Zeit zu überleben. Was hat Ihnen geholfen, sich so gut in diese Situation der Protagonistin einzufühlen?

Zum einen ihre bis ins kleinste Detail ausgearbeiteten Erinnerungen. Ich vermute, Gisa Stein hat beim Aufschreiben – sicher auch um diese Zeit zu verarbeiten –, alles unter Qualen noch einmal erlebt. Dass sie mir ihre Aufzeichnungen anvertraut hat und mir darüber hinaus gestattete, die positiven Rückblicke zum Teil fiktiv zu gestalten, ist ein riesengroßes Geschenk und nötigt mir allen Respekt ab. Hilfreich war zum anderen auch, dass ich beim Schreiben eine große Dankbarkeit darüber empfand, in Freiheit und Geborgenheit unter lieben Menschen leben zu dürfen. Ich hoffe, diese Dankbarkeit wird sich auch auf meine Leserinnen übertragen. 

Sie sind zu Recherchezwecken ins Erzgebirge gefahren und haben Hoheneck besichtigt – was war Ihre eindrücklichste Erfahrung?

Es war einfach nur grauenvoll. Obwohl das Zuchthaus ja inzwischen ein Museum ist und ein sehr freundlicher Mann mich ehrenamtlich etwa drei Stunden hindurch geführt hat, konnte ich mir jedes Detail von damals noch mal genauer vorstellen: Die winzigen, vergitterten, dunklen Zellen, die Kälte, die Abgeschiedenheit – all das hat mich sprachlos gemacht. Präsent war die Herzlosigkeit, mit der Peasy in diesem Gemäuer als „Schwerkriminelle“ behandelt wurde. 1974 war sie eine junge, lebendige Frau, die nun für Jahre ohne Kontakt zur Außenwelt – ­weder zu ihrem Mann, der ja auch inhaftiert war, noch zu einem Anwalt –, gefangen war. Ich sah sie vor mir, wie sie bei klirrender Kälte in dünnen Schuhen und in einer abgetragenen Uniform, ohne ein einziges liebes Wort zu hören, durch die Gänge schlich. Ein grauenvolles Schicksal. Auf dem ganzen Rückweg von Hoheneck nach Hause konnte ich kein Wort sprechen.

Wir dürfen ja nicht verraten, wie der Roman ausgeht, doch es sei erwähnt, dass Peasy den Glauben an Liebe und Vertrauen nicht verliert. War es das, was Sie dazu bewegt hat, den Roman zu schreiben?

Die Protagonistin vermittelt trotz des Grauens und der Hoffnungslosigkeit in Hoheneck eine Gewissheit, ihren Mann irgendwann wiederzusehen. Dieses Urvertrauen in die Liebe ihres Mannes hat mich sofort überzeugt. Denn die Liebe ist die größte Kraft und Energie, die uns Menschen verbindet. Diese Botschaft kann man durch keine andere Geschichte besser ausdrücken.

© 2020 Diana Verlag

Leserstimmen

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  • Keinerlei Recherchen

    Von: Ameis Datum: 14. Mai 2020

    Der Roman ist absolut fesselnd geschrieben, wobei einem die Rückblenden tatsächlich einmal die Möglichkeit zum Durchatmen geben. Leider wurde in diesen zum gesellschaftlichen Alltag in der DDR offenbar nichts recherchiert, sondern sich vollkommen falscher Klischees bedient, die die Glaubwürdigkeit der wahren Begebenheiten in Frage stellen. Das hat die Protagonistin, die mir als Oranienburgerin bekannt ist, nicht verdient. Schade!

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  • Emotional, erschütternd und unheimlich bewegend

    Von: lisaszeilen Datum: 14. Mai 2020

    Nachdem Freundin Eileen die Flucht in die BRD gelungen ist, möchten auch Gisa und ihr Ehemann Edgar die Flucht wagen. Beiden ist klar, dass sie ihre Ziele und Träume im Osten niemals so verwirklichen können, wie sie es sich wünschen und schon bald steht der Entschluss, im Januar 1974 die verhasste Heimat zu verlassen und alles hinter sich zu lassen. Doch an der Grenze wird ihr Fluchtfahrzeug kontrolliert und Gisa und Ed festgenommen. Künftig muss Gisa jahrelang die Hölle auf Erden ertragen - das Frauenzuchthaus Hoheneck...

    Das Cover konnte mich sofort in seinen Bann ziehen. Trotz der Schlichtheit wird das Motiv der Freiheit sofort ersichtlich und der Leser erhält einen guten ersten Eindruck von der Geschichte.

    Mit dem Schreibstil der Autorin erging es mir ähnlich. Ich habe bereits viel Gutes über Hera Lind gehört, für mich selbst waren die Romane der Autorin allerdings Neuland. Bereits auf den ersten Seiten wurde deutlich, dass sie ihrem Ruf gerecht wird. Der Leser kommt unheimlich schnell in den Lesefluss und in die Geschichte und wird sofort gepackt von der berührenden Ehrlichkeit des Schreibstils.

    Diese Ehrlichkeit ist auch in der Geschichte selbst vorzufinden. Durch Ausschnitte aus dem Alltag des jungen Ehepaares und einiger Rückblenden aus Gisas Kindheit wird der Leser emotional berührt bis die erschütternde Realität des Alltags im Frauenzuchthaus ihn einholt. Nichts wird beschönigt dargestellt, die Einblicke in die furchtbaren Erfahrungen Gisas sind schonungslos ehrlich. Dabei werden Abläufe geschildert, die sich in ihrem Grundmuster größtenteils wiederholen. Für mich persönlich hat dies aber keinesfalls langweilig gewirkt, sondern die Eindrücke in das Leben ohne einen Funken Freiheit nur noch verstärkt. Und - obwohl es im Zusammenhang mit den monotonen Abläufen ein wenig kurios klingt - wird dadurch auch eine gewisse Spannung evoziert, die den Lesenden bis hin zur letzten Seite begleitet.
    Die genannten Abläufe werden unregelmäßig durch Gisas Erlebnisse im Kontakt mit anderen Gefangenen und deren Geschichten unterbrochen. Dies fand ich ebenfalls sehr gut eingesetzt, denn dem Leser wird so sehr gut ermöglicht, ein wenig aufzuatmen.

    Zusammenfassend kann ich sagen, dass mich "Die Hölle war der Preis" vollkommen überzeugen konnte. Ich habe selten solch einen erschütternden, authentischen und zugleich unheimlich bewegenden Roman gelesen und würde ihn jedem Leser empfehlen, der Interesse an einer spannenden Lektüre mit erschreckenden autobiografischen Zügen hat.
    5/5 Sterne

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  • Unfassbar beeindruckend

    Von: Katja Büscher Datum: 11. Mai 2020

    “Der Traum vom Westen zerbricht in einer kalten Winternacht“ (Zitat Buchrücken)
    Gisas Traum ist es Tänzerin zu werden. Ausreichend Talent bringt sie mit, doch ihre Karriere wird jäh von der Stasi beendet. Ohne wirkliche Zukunftschancen, beschließt sie im Jahr 1974 zusammen mit ihrem Ehemann Ed in den Westen zu fliehen. Doch ihr Fluchtversuch scheitert und beide werden zu knapp vier Jahren Haft verurteilt. Einzig ihre Hoffnung vom Westen und ihre Liebe hält sie am Leben. Gisas Leben ist von nun an von Schikanierungen und unmenschlichen Haftbedingungen geprägt.
    Gisa hat zudem noch ein Geheimnis, von dem selbst ihr Ehemann Ed nichts weiß. Und genau dieses Geheimnis kommt während der Haft ans Tageslicht. Wie steht Ed dazu? Das weiß sie nicht, denn nur ein einziger Brief von ihm wird ihr ausgehändigt. Was Gisa im Frauenzuchthaus Hoheneck durchmacht, ist einfach nur die Hölle. Und diese Hölle beschreibt sie knallhart und ungeschönt.
    Ein wirklich unfassbar beeindruckendes Buch. Ich bin zutiefst geschockt über die Zustände der Gefängnisse in der damaligen DDR. Natürlich kenne ich die geschichtlichen Hintergründe und Missstände der DDR und der Stasi, doch eine Geschichte so unverblümt und zudem noch auf der Basis einer wahren Begebenheit zu lesen, wühlt einen doch sehr auf.
    Ich kann dieses Buch nur jedem, der sich auch nur ein klein wenig für die deutsch-deutsche Geschichte interessiert, wärmstens empfehlen. Glückwunsch an Hera Lind für dieses beeindruckende Buch. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung. ⭐️⭐️⭐️⭐️

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  • unfassbar was damals passiert ist

    Von: kleine_Antje Datum: 9. Mai 2020

    Gisa Stein, genannt Peasy, wächst in Oranienburg nahe Berlin auf. Ihr Traum ist es, Tänzerin zu werden, und sie schafft es bis an die Staatsoper. Doch hier gerät sie in die Fänge der Stasi. In ihrer Verzweiflung versucht sie mit ihrem Ehemann Edgar, einem rebellischen Architekten, in den Westen zu fliehen. In einer kalten Januarnacht 1974 wird das Paar an der Grenze festgenommen und wegen Republikflucht zu fast vier Jahren Haft verurteilt. Was Gisa dann im Frauenzuchthaus Hoheneck durchmacht, ist die Hölle. Von unzähligen Briefen, die Edgar ihr schreibt, erreicht sie nur ein einziger: Er liebt sie und glaubt die Lügen nicht, die im Gefängnis über sie verbreitet werden. Aber Gisa hat ein Geheimnis. Wie hoch ist der Preis dafür?

    Meinung:
    Wieder mal ein unfassbar gutes und fesselndes Buch von Hera Lind. Ich bin immer noch leicht schockiert was damals passiert ist. Mir fiel es an manchmal Stellen wirklich schwer ruhig zu bleiben, weil es einfach so unbegreiflich ist, was damals die Stasi gemacht hat. Was Gisa erlebt hat ist einfach nur grausam. Voller Schikane und unvorstellbaren Handlungen musste sie 3 Jahre und 6 Monat ins Gefängniss mit ihren Mann Ed. Beide haben sich erst nach der Freilassung so richtig sehen können.
    Ich möchte nicht so viel verraten, denn dann spoiler ich hier. Man muss diese Geschichte einfach lesen.

    Fazit:
    Was mir etwas gefehlt hat, war wie es mit Gisa und Ed weiterging. Wie haben sie es geschafft, wo sind sie hingekommen und wie war das Zusammenleben mit Lilly? Diese Fragen sind für mich noch offen aber man kann sich trotz allem ja seine eigenen Gedanken dazu machen. Es ist eine unfassbare Geschichte die sehr lesenswert ist.

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  • Spannende und emotionale Geschichte

    Von: Kostbarezeile Datum: 7. Mai 2020

    Inhalt/ Klappentext:
    Gisa Stein, genannt Peasy, wächst in Oranienburg nahe Berlin auf. Ihr Traum ist es, Tänzerin zu werden, und sie schafft es bis an die Staatsoper. Doch hier gerät sie in die Fänge der Stasi. In ihrer Verzweiflung versucht sie mit ihrem Ehemann Edgar, einem rebellischen Architekten, in den Westen zu fliehen. In einer kalten Januarnacht 1974 wird das Paar an der Grenze festgenommen und wegen Republikflucht zu fast vier Jahren Haft verurteilt. Was Gisa dann im Frauenzuchthaus Hoheneck durchmacht, ist die Hölle. Von unzähligen Briefen, die Edgar ihr schreibt, erreicht sie nur ein einziger: Er liebt sie und glaubt die Lügen nicht, die im Gefängnis über sie verbreitet werden. Aber Gisa hat ein Geheimnis. Wie hoch ist der Preis dafür?
    Meine Meinung:
    Für mich war Gisas Geschichte sehr spannend und emotional - wie auch eigentlich alle anderen Bücher, die Hera Lind veröffentlicht hat.
    Inhaltlich konnte mich die Geschichte auf jeden Fall überzeugen!
    Vor allem gefällt mir die Ausarbeitung der Charaktere und ihre Authentizität. Es ist wirklich höhstspannend geschrieben und zusammen mit der Berlin-Thematik macht sich das Buch für mich wirklich zu einem Jahreshighlight.
    Ich kann es wirklich jedem empfehlen, der gerne emotionale und packende Bücher liest, die auf einer wahren Gegebenheit beruht!
    Insgesamt:
    Ins Auge bekommt das Buch von mir definitiv 5 von 5 Sternen! Einfach nur toll!

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Pressestimmen

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  • »Das ist eine sehr, sehr berührende, dramatische Geschichte.« ZDF Mittagsmagazin

  • »Das Buch ist keine leichte Kost und ein gutes Beispiel, wie stark manche Menschen trotzdem sind und es schaffen, ihr Leben zu genießen.« Bunte.de

  • »Spannend.« frau aktuell

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