HERA LIND

Leserstimmen

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Weitere Lesermeinungen

Die Champagner-Diät

Angelika Glass

13. Oktober 2019

Tolles Buch für Frauen, die etwas für ihre Figur tun wollen!

Die Champagnerdiät ist -wie wir es von Hera Lind gewohnt sind- locker, leicht und spannend geschrieben, so dass man von Anfang an in einen Bann gezogen wird.
Ich finde die Idee super, dem inneren "Schweinehund" einen Namen zu geben und ihn wie einen richtigen Hund darzustellen, der im Laufe der Geschichte immer kleiner wird.
Auch die "Moppel-Gruppe" ist eine tolle Sache für Frauen, die abnehmen wollen, da frau sich gegenseitig unterstützt.
An der Internet-Freundschaft kann frau sehr schön sehen, wie verfüherisch und gefährlich Männerbekanntschaften im Netz sind.
Aber Gott sei Dank (wer hätte es anders erwartet) geht ja alles gut aus und unsere Heldin findet ihren Traummann!
Leichte Kost zum Schmunzeln. Ich liebe es, wie Hera Lind erzählt! Danke für das Lesevergnügen!


Die Frau, die frei sein wollte

Graziella Bellusci

28. September 2019

Ein Buch das Sensibilisiert!

Dieses Buch hat mich direkt am Anfang , in seinem Bann gezogen. Durch wahre Begebenheit , musste ich manchmal bewusst eine Pause machen.So sehr hat mich die Geschichte Selmas berrührt. Eine starke Frau, die nie den Glauben verloren hat,trotz Begegnungen mit Menschen die Sie maßlos verletzt haben.Sich dessen aber vielleicht nie wirklich bewusst wahren. Ein tolles Buch das, beweist das nichts unmöglich ist.Selbst wenn jegliche Hoffnung zu schwinden scheint.


Hinter den Türen

Diane Jordan

15. September 2019

Missbrauch ...

Hinter den Türen

Diane Jordan

Das Cover meines neuesten Taschenbuchs sieht auf den ersten Blick recht unspektakulär aus. Man sieht, durch ein geöffnetes weißes Gartentor, in einen Kleingarten, mit einer heruntergekommen Parzelle. Die Türen des Schrebergartenhäuschens sind leicht geöffnet, es sieht aus als ob rötliches Licht nach außen dringt. Es wirkt etwas schmierig und unappetitlich. An die Hütte angelehnt steht ein kleines Kinderrad. In roten Lettern prangt der Name Hera Lind auf dem Einband. In blauer Schrift der Titel: Hinter den Türen. Der Klappentext liest sich gut. Neugierig fange ich an zu lesen. Die Geschichte geht mir tief unter die Haut. Fassungslos und gebannt verschlinge ich den Roman in kürzester Zeit. Ich kann gar nicht glauben, was ich da zu lesen bekomme. Abgründe tun sich auf und ich bekomme mein Kopfkino gar nicht mehr in den Griff. Ein wenig erinnert mich die Story, an den aktuellen Prozess um Missbrauch auf dem Lügder Campingplatz. Aber hier ist es eine Pfegefamilie, die frohen Mutes und guten Willens sind und so mit in den Sumpf und Morast und furchtbarsten menschlichen Abgründe konfrontiert werden. Schon bald müssen sie feststellen, dass auch die ihnen anvertrauten Schützlinge schlimmstes erdulden mussten. Schonungslos offenbart die Autorin, was sich „Hinter den Türen“ abspielt. Und wie dramatisch es in der neuen Familie, mit den drei deutsch-thailändischen Kindern, dem Jugendamt und dem Vormund von statten geht. Kleinste Entscheidungen dürfen nicht normal und aus dem Bauch heraus getroffen werden. Alles wird blockiert oder boykottiert. Alptraummäßig, schonungslos und abartig zugleich. Thailand Sex in Schrebergarten Idylle. Besonders widerwärtig ist es, wenn auch wie hier, kleine Kinder mit im Spiel sind, die nicht geschützt werden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass in dem Taschenbuch nur die Spitze des Eisberges beschrieben wird. Hochaktuell und sehr brisant, wie ich finde. Das Buch rüttelt auf und lässt einen nicht mehr los. Einfühlsam und sehr behutsam setzt sich die Pflegefamilie für ihre drei Schützlinge ein. Verändert einiges und hilft den Kindern sensationell, allerdings unter dramatischen und einschneidenden Umständen für ihr eigenes Familienleben.


Inhalt:

Juliane Bressin hat sich eine fast perfekte Welt geschaffen: treuer Mann, zwei wohlerzogene Kinder, Vollwertkost, Biomüll, Bullerbü. Warum also nicht „drei ganz normale Kinder“ aufnehmen, die übergangsweise eine Pflegefamilie suchen? Doch bald nach Ankunft der Kinder stürzt Julianes hellblauer Himmel ein. Was haben die kleinen Wesen mit thailändischen Wurzeln erlebt? Woran ist der Vater gestorben und warum liegt die Mutter im Koma? Hüten sie ein dunkles Geheimnis? Schon nachwenigen Monaten steht Juliane mit ihrer eigenen Familie an einem Abgrund ...
Autorin:
Hera Lind studierte Germanistik, Musik und Theologie und war Sängerin, bevor sie mit ihren zahlreichen Romanen sensationellen Erfolg hatte. Mit den Tatsachenromanen wie »Die Frau, die zu sehr liebte«, »Hinter den Türen« und »Die Frau, die frei sein wollte« eroberte sie erneut die SPIEGEL-Bestsellerliste und machte dieses Genre zu ihrem Markenzeichen. Hera Lind lebt mit ihrer Familie in Salzburg.
Weitere Bücher:
„Der Mann, der wirklich liebte“, „Die Frau, die frei sein wollte“, „Mein Mann, seine Frauen und ich“, „Die Frau, die zu sehr liebte“, „Vergib uns unsere Schuld“, „Über alle Grenzen“, „Himmel und Hölle“, „Tausendundein Tag“, „Kuckucksnest“, „Die Sehnsuchtsfalle“ und viele mehr...
Fazit: 5***** Der Roman „Hinter den Türen“, (nach einer wahren Geschichte) von Hera Lind, ist im Diana Verlag erschienen. Das Taschenbuch hat 384 unter die Haut gehende Seiten. Besonders gut gefallen hat mir, auch das Nachwort der Protagonistin Juliane Bressin.




























Hinter den Türen

Leseratte Austria

11. September 2019

Pflegefamilie gesucht für "Normale Kinder"

„Hinter den Türen“ ein Roman nach einer wahren Geschichte von Hera Lind im Diana Verlag erschienen. Mit 398 Seiten. In der Ich Form von Juliane geschrieben.
Juliane Bressin ist mit ihrer Familie glücklich, ihrem Mann Jonathan, Tim 9 Jahre, Lilli 11 Jahre und Hündin Socke. Sie leben in einem kleinen Häuschen und üben soziale Berufe aus. Eines Tages liest Juliane in der Zeitung, es gibt drei Thailändische Kinder in ihrer Nähe die eine Pflegefamilie suchen.
Kurzerhand ruft sie bei der angegeben Telefon Nummer an und trifft dabei auf Frau Nölle. Sie erklärt es seien „normale Kinder“ , Vater Deutscher Tod und Mutter aus Thailand liegt im Koma. Die Kinder sind sechs, zehn und zwölf Jahre alt. Zurzeit wohnen sie im Kinderheim und eine Stiftung betreut sie Finanziell. Wenn Juliane und ihre Familie tatsächlich die Kinder als Pflegekinder aufnehmen wollen, verlangt Frau Nölle Termine, Bewerbungsunterlagen und vieles mehr.
Familie Bressin beschließt gemeinsam, es zu versuchen. Aber zu dem Zeitpunkt wissen sie noch gar nicht was auf sie zukommen wird. Denn so einfach geht das nicht. Viele Behörden reden mit und auch Fr. Nölle ist ein Fall für sich.
Wird es der Familie gelingen die Kinder bei ihnen auf zunehmen und eine glückliche „normale Familie“ zu werden? Welche Schwierigkeiten, Gefahren könnten die Kinder bereits erfahren haben? Aus welchem Hintergrund stammen die Kinder? Ist da etwa auch Missbrauch und Gewalt vorgefallen bei den „normalen Kindern“? Es liegt eine spannende, nervenaufreibende Zeit vor ihnen allen. Wird alles gut werden?
Meine Meinung: Eine liebevolle, tragische, spannende, Nervenaufreibende Geschichte mit wahrem Hintergrund. Ich konnte immer wieder mit Juliane mitfühlen, und selbst dabei einiges lernen. Da es uns „Normalen“ gut geht, sollte es doch auch allen anderen gut gehen! Die Geschichte hat manches Mal eine Wendung genommen, die ich nicht erwartet hätte. Eine Echte und Authentische Familie wagt einen großen Schritt und musste mit den laufenden Veränderungen zurechtkommen. Auch die Behörden legen einem immer wieder Steine in den Weg – wie so oft bei vielen verschiedenen Themen. Das Cover lässt eine nicht alltägliche Geschichte erwarten! 5von 5 Sternen


Die Frau, die frei sein wollte

SarielaBooks

1. September 2019

Aufgewühlt! Schockiert! Trotzdem Glücklich...

An erster Stelle möchte ich mich bei Diana Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars bedanken.

Viele von uns haben, allein durch die heutigen Medien schon öfters von häuslicher Gewalt gehört. Männer, die ihre Frauen als Eigentum ansehen, sie auf Schritt und Tritt bewachen, die das Selbstbewusstsein ihrer Frauen gegen Null drücken und sich als der besten Ehemann der Welt sehen. Die Frau muss gehorchen, Hausarbeit erledigen, den ehelichen Pflichten nachkommen und zwar dann wann es dem Herrn beliebt, die Kinder erziehen und sie darf bloß keine eigene Meinung haben. Aber wie geht es diesen Frauen? Sind sie glücklich? Was spielt sich hinter verschlossenen Türen ab? Genau um dies geht es in Hera Lind´s Werk „Die Frau, die frei sein wollte“.
Dies ist nicht nur ein Roman – sondern er ist wirklich so passiert. Hier mitten unter uns!

Puh, also ich muss sagen, diese Story hat es in sich. Es ist kein Buch für zart besaitete Leser. Auch ich musste bei dem ein oder anderen Kapitel kurz schlucke und habe mich gefragt, wie so etwas in der heutigen Zeit noch sein kann. Oftmals ist das Wort Ehre gefallen und Tradition. Klar, andere Kultur – andere Sitten. Ob dies nun türkisch, kurdisch oder sonst etwas ist. Aber eine Frau, wie – sorry- den letzten Dreck zu behandeln – ich war entsetzt.
Gott sei Dank haben wir es hier mit einer sehr starken Frau zu tun, die sich nicht unterkriegen lässt und versucht, trotz massiven Widerstand und Rückschlägen, ihr Leben zu leben.
Wenn ihr dieses Buch lest, seid euch bewusst, es wird hart, aber durch Selma und ihre Kraft trotz allem wunderschön.

Wie gewohnt ist Hera Lind´s Schreibstil wieder sehr flüssig und allein durch dieses schwierige Thema, hält sie den Spannungsbogen extrem hoch. Anhand der Jahreszahlen in den Kapitelüberschriften fällt es dem Leser sehr leicht vom hier und jetzt in die Vergangenheit mitgenommen zu werden. Mir persönlich haben die Kapitel „Damals“ sehr gut gefallen und man konnte sich noch besser in Selma hineinversetzen.
Die Protagonisten sind allesamt sehr gut gezeichnet. Ihr werdet 75% der hier erscheinen Personen nicht mögen, aber das müsst ihr auch nicht. Jedoch wäre die Geschichte ohne diese nie so passiert. Ich für meinen Teil bin froh, dass Selma zu einer so starken Person geworden ist. Viele wären daran zerbrochen.

Für mich ist „Die Frau, die frei sein wollte“ ein Buch, welches mich schockiert und gleichzeitig glücklich zurück gelassen hat. Schockiert darüber, dass es solche Zustände mitten unter uns immer noch gibt. Dass sich Keiner traut, diesen Frauen zu helfen. Dass die Frauen der Meinung sind, dass dieses „Leben“ so wie es ist normal ist. Dass auch den Verwandten mehr oder weniger die Hände gebunden sind – Tradition und so. Diese Liste könnte ich noch ewig fortführen, so sehr habe ich mich stellenweise aufgeregt.
Glücklich darüber, dass es Selma geschafft hat.
Und ich hoffe, dass es vielen Menschen ein klein wenig die Augen öffnet und dass vielleicht mehr Frauen den Absprung schaffen. Denn Frauen sind keine Menschen zweiter Klasse.

Liebe Hera Lind,
Liebe Selma,
vielen Dank, dass ihr diese Geschichte aufgeschrieben habt!



5 Sterne!


Über alle Grenzen

Susanne Neumann

22. August 2019

Mitreißende Geschichte

Eigentlich wurde schon alles zu diesem Buch geschrieben!
Ich lese alle Bücher von Hera Lind - ich fand sie alle toll!
Dieses Buch hat mich wieder vollkommen mitgerissen !
Es war unterhaltend , spannend ,emotional und interessant !
Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen ....
Weiter so Frau Lind , ich liebe ihren erfrischenden Schreibstil !


Über alle Grenzen

Readinggirl📖❤

20. August 2019

Über alle Grenzen🏞️

Hallo, ihr lieben heute kommt eine Rezension zu Über alle Grenzen - Roman nach einer wahren Geschichte



Daten: -Autorin: Hera Lind
- Verlag: Diana
- Preis: Hardcover: 20 €
- Seiten: 383
- Erscheinungsjahr: 2019


Inhalt:
In dem Buch geht es um das Leben in geteilten Deutschland um Liebe, Familie, Mut und die Flucht. Eine Familie zieht in den späten 1950er Jahren vom Chiemsee nach Thüringen. Sie kommen sich vor wie im Paradies, da der Vater plötzlich Zoo Direktor des Erfurter Zoos wird, für die Kinder Lotte, Bruno und den Schwestern ist dies sehr schön bis die Mauer gebaut wird und Bruno flieht. Bruno ist sehr musikalisch, frisch verheiratet und gerade erst Vater geworden doch es gibt kein Zurück mehr er muss im Westen bleiben. Er ist frei und möchte das seine Familie auch kommt und so fragt er seinen Vater ob er seiner Familie helfen mag zu fliehen.


Meine Meinung!
Das Cover fand ich schon sehr ansprechend und als ich zum ersten Mal mir den Klappentext durch gelesen habe wusste ich das es bestimmt sehr spannend wird und so war es dann auch. Das Buch zeigt einem wie die Menschen früher bevor es die Mauer gab und als es dann die Mauer gab gelebt haben zum einen möchte ich hier die Medizinische Versorgung ansprechen sowas gibt es bei uns heute definitiv nicht mehr, wer aber in wie fern krank ist das müsst ihr selbst lesen, da es ein zu großer Spoiler wär.

Die Charaktere kamen sehr gut rüber und man dachte echt das man das alles selbst erlebt, dies liegt wahrscheinlich daran das es sich um eine wahre Geschichte handelt. Ich finde es schrecklich was die Leute damals mitmachen mussten und bin froh das es heute nicht mehr so ist. Trotzdem allem sollte man nicht vergessen was damals war.

Schluss endlich war ich sehr begeistert von dem Buch und gebe ihm somit 4 Sterne, da ich am Anfang sehr verwirrt war was da genau passiert und somit ist mir der Einstieg etwas schwer gefallen aber ab Kapitel 5 gab es alles langsam einen Sinn und dann war es ja auch echt gut. Ich kann also jedem das Buch empfehlen der mal eine Geschichte über das geteilte Deutschland lesen möchte.


Über alle Grenzen

elisalorenz

12. August 2019

Es zieht einen regelrecht in den Bann!

Dieses Buch hat mich direkt, schon vom Klappentext an, in den Bann gezogen. Ich dachte immer, Hera Lind sei nix für mich. Aber ich bin total positiv überrascht! Dieses Buch wird nicht mein letztes gewesen sein.

Doch…worum geht’s:
In den späten 1950er Jahren zog die Familie Alexander, aus ihrer bayrischen Heimat, in den Osten. Vater Alexander bekam einen vielversprechenden Job im Erfurter Zoo. Doch durch den Bau der Mauer und einen scheinbar lapidaren „Gefallen“ wird das Leben der Familie immer mehr auf den Kopf gestellt…Bruno, der einzige Sohn der Familie, erträgt die neue Situation irgendwann nicht mehr und flieht in den Westen. Damit nimmt das Schicksal seinen Lauf…

Das Buch wird aus der Sicht von Lotti geschrieben – ich hatte immer das Gefühlt „mittendrin“ zu sein.
Ich selbst war noch Quark im Schaufenster, als es die DDR gab. Jedoch hat man schon so viele, teils furchtbare, Dinge gehört – die auch hier wieder unfassbar sind. Immer mal wieder hatte ich Geschichten über den Überwachungsstaat gehört…aber die Unverfrorenheit mit der man nicht nur aus dem Job entlassen werden konnte, ein Studium oder Zeugnis verweigert wurde, einem die Wohnung gekündigt wurde und man sogar ins Gefängnis kam, ist für mich unvorstellbar. Mich hat dieses Buch sehr nachdenklich gemacht, zumal dies ja keine Einzelfälle waren. Eigentlich dürfte es doch niemanden geben, der nicht froh darüber ist, dass diese Zeiten – zumindest in unserem schönen Deutschland – vorbei sind.


Über alle Grenzen

Frau_Heike

30. Juli 2019

Ein sehr emotionales Buch

Inhalt:
Werner Alexander lebt mit seiner Ehefrau und seinen fünf Kindern im beschaulichen Bayern. In den 50er Jahren erhält der Vater, ein promovierter Tropenmediziner, ein verlockendes Angebot. Er soll den Posten des Direktors im Erfurter Zoo übernehmen. Die Familie Alexander zieht, mit der Option der Rückkehr nach Bayern, in die in Thüringen gelegene Stadt Erfurt. Für die Kinder beginnt ein Leben wie im Paradies.  Doch dann wird die Mauer gebaut und die Familie Alexander kann nicht mehr zurück nach Bayern und muss in der DDR bleiben. Der einzige Sohn Bruno, ein hochtalentierter Geiger,  kommt mit dieser Situation nicht klar. Er träumt von einem Leben als erfolgreicher Musiker im Westen. Dem frisch verheirateten Bruno gelingt in einer Nacht- und Nebelaktion die Flucht in den Westen. Zurück lässt er Frau und Kind.  Er bittet seinen Vater seiner Frau und seinem Sohn zur Flucht zu verhelfen. Werner Alexander wird dadurch zum Fluchthelfer und das Schicksal der Familie Alexander nimmt seinen Lauf. Die gesamte Familie ist den  Repressalien der Staatssicherheit der DDR ausgeliefert…. Besonders leiden Bruno‘s Eltern und dessen  Schwester Lotti mit Familie. Lotti, die eine besondere Beziehung zu ihrem Bruder Bruno hat, reist mit ihrer Familie im Jahr 1985 offiziell in die BRD aus. Dort macht sie sich auf die Suche nach ihrem Bruder Bruno, der mittlerweile ins soziale Abseits gerutscht war. Sie findet ihn im Jahr 2010 in einem Pflegeheim in Neumünster. Lotti veranlasst, dass Bruno in ein Pflegeheim nach Bayern umzieht und kümmert sich dort sehr liebevoll um ihn. Missstände im Pflegeheim und bei der Versorgung von ihrem Bruder bleiben hier nicht unerwähnt.
 
Meine Meinung:
Es ist schon einige Jahre her als ich ein Buch von Hera Lind gelesen habe. Dieses Buch hier hat mich vom Cover aber mehr noch vom Klappentext angesprochen. Ich habe bei diesem Buch auf eine spannende und interessante Geschichte  gehofft, und ich wurde nicht enttäuscht.
Im Untertitel des Romans heißt es: Roman nach einer wahren Geschichte. Aber es sind eigentlich die Geschichten von zwei verschiedenen Familien, die Hera Lind gekonnt in einer Geschichte zusammengefügt hat. In ihrem Nachwort lässt sie nicht unerwähnt, dass hier auch einige Details und Ereignisse angepasst werden mussten, damit es eine „runde“ Geschichte wurde. Auch wurde an einigen Stellen die Handlung etwas ausgeschmückt, damit alles gut zusammenpasst. Ich habe das Nachwort der Autorin und die Nachworte der beiden Zeitzeuginnen zuerst gelesen und das war für mich sehr hilfreich.
Erzählt wird in der Ich-Form aus der Sicht von Lotti. Der Roman ist unterteilt in zwei Erzählstränge. Zum einen die Geschichte der Familie Alexander im Zeitraum vom Umzug nach Erfurt bis zur Ausreise von Lotti und ihrer Familie im Jahr 1985 und zum anderen die Geschichte von Bruno’s Leben im Pflegeheim ab dem Jahr 2010 bis zu seinem Tod. Jedes Kapitel beginnt mit einer Überschrift und einer Zeit- und Ortsangabe. Somit wusste man immer in welchem Zeitfenster die Geschichte spielt.
 
Ich bin gleich sehr gut mit dem Buch gestartet. Hera Lind verfügt über einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil. Ihre Beschreibungen sind sehr bildhaft, ich konnte mir die einzelnen Charaktere und die Handlungsorte sehr gut vorstellen. Die beiden Familienschicksale sind sehr gut miteinander verflochten. Die Geschichte ist von Anfang an sehr spannend und ab der Hälfte des Buches hatte sie für mich eine wahre Sogwirkung. Ich wollte nicht aufhören diese fesselnde Familiengeschichte zu lesen. Immer wollte ich wissen, wie es weitergeht, was mit der Familie Alexander geschieht. Zum Ende hin hat sich  der Spannungsbogen nochmal richtig erhöht. Die Geschichte hat Tiefgang, ist spannend und emotional. Die Zerissenheit und die teilweise Hoffnungslosigkeit der Familie Alexander hat die Autorin sehr gut dargestellt. Man wurde mitgenommen in die Welt der ehemaligen DDR,  und es wurde die Seite der DDR beleuchtet, die  weniger schön war. Oftmals schwer vorstellbar, dass es diese Machenschaften der Staatssicherheit gegeben hat, aber leider doch so wahr. Ein schweres und unschönes Stück DDR-Geschichte, welches nicht in Vergessenheit geraten sollte. Einige Dinge sind mir jedoch, so wie sie in dem Roman beschrieben wurden, nicht bekannt. Z. B. , dass es Bananen auf Rezept gab oder, dass man in den Betrieben mit Nachnamen angesprochen wurde und gleichzeitig geduzt wurde. Das war meines Wissens nach nur unter Parteigenossen üblich. Aber dies hat der sehr emotionalen und berührenden Geschichte in keiner Weise geschadet.

Fazit:
Ein fesselndes Buch mit welchem dem Leser ein Stück DDR-Geschichte näher gebracht wird. Mir hat das Buch, trotz der erschreckenden Machenschaften der Staatssicherheit der DDR und des schlimmen Schicksals der Familie Alexander, sehr gut gefallen.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.


Die Sehnsuchtsfalle

Angelika Glass

30. Juli 2019

Ich bin immer noch in der Welt dieser mutigen Rita, die mich die letzten Tage begleitet und nicht mehr losgelassen hat. Hera Lind ist eine wahre Meisterin der Erzählkunst! Sie schreibt so packend und gefühlvoll, dass die Leserin von der ersten bis zur letzten Seite in die Geschichte eintauchen kann.
Wie habe ich mit Rita gelitten, mich gefreut, alles durchlebt, was sie erlebt hat.
Bewunderswert, dass sie niemals aufgegeben hat und selbst die schwere Zeit im Gefängnis noch mit dem Schreiben ihrer Geschichte sinnvoll genutzt hat.
Mein allergrößter Respekt geht an Rita und ein ganz großes Kompliment geht an Hera Lind, die diese Geschichte so einfühlsam für uns neu geschrieben hat!
Sehr lesenswert!

Vielen Dank für ihre tollen Bücher!
Herzlichst,
Angelika Glass aus Stuttgart