HERA LIND

Leserstimmen

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Weitere Lesermeinungen

Die Frau, die frei sein wollte

Sabine Beiler

12. Juni 2019

Die Frau die frei sein wollte

Hallo,
Bin eigentlich keine Leseratte,aber das Buch war so emotional, dass ich es in ein paar Tagen fertig hatte.Habe es alles vor Augen gehabt als wäre ich dabei gewesen.
Selma ist eine tolle starke Frau....
Hut ab!!!


Über alle Grenzen

Ingrid Eßer (buchsichten.de)

11. Juni 2019

Ein aufwühlender Roman vor dem Hintergrund Deutsch-Deutscher Geschichte

In ihrem Roman „Über alle Grenzen“ hat Hera Lind auf die ihr eigene Weise Lebensgeschichten für den Leser lebendig werden lassen. Zwar heißt es im Untertitel „Roman nach einer wahren Geschichte“, doch eigentlich müsste es heißen „Roman nach zwei wahren Geschichten“, denn die Autorin hat hier zwei unabhängige Schicksal geschickt miteinander verknüpft. Beide Geschichten wurden ihr von Frauen erzählt, die ihren geliebten Bruder verloren haben, die aus der ehemaligen DDR geflohen sind. Mit weiteren Ergänzungen aus ihr bekannten Schilderungen über das Leben im damaligen Ostdeutschland und ihrer Fantasie rundet sie das Erlebte der beiden Frauen ab zu einer berührenden Geschichte über das überwachte Leben einer parteilosen Familie mit Westkontakt in der DDR und dem heutigen Pflegenotstand in ganz Deutschland. In den Vordergrund stellt Hera Lind die fiktive Ich-Erzählerin Lotte, die sozusagen eine Klammer zieht um die beiden Lebensgeschichten.

Lotte, ihr zwei Jahre älterer Bruder Bruno und ihre drei Schwestern ziehen gemeinsam mit den Eltern im Jahr 1959 von Bayern nach Erfurt, wo der Vater eine Stelle als Zoodirektor antritt. Das Leben der Familie ist glücklich, bis 1961 die Mauer gebaut wird und eine Rückkehr nach Bayern damit unmöglich wird. Bruno ist musikalisch sehr talentiert und erhält die Gelegenheit zu einigen Auslandreisen mit dem Orchester, dem er angehört. Mit steigendem Entsetzen beobachtet er die zunehmende Verminung in den Grenzgebieten. Obwohl Bruno inzwischen verheiratet ist und einen Sohn hat, flieht er in einer spontanen Aktion in den Westen und hofft darauf, dass auch seiner Frau und seinem Kind schon bald die Flucht gelingen wird. Die folgenden Jahre sind geprägt von den Ressentiments gegen Brunos gesamte Familie im Osten. Erst viele Jahre später gelingt es Lotte, den Bruder wieder zu finden, der sich die Schuld an der Misere seiner Familie gibt und sich daher vollständig von seiner Familie zurückgezogen hat. Er ist geprägt von seiner Alkoholsucht und vegetiert mehr oder weniger in einem Pflegeheim im Norden. In der Folgezeit setzt sie alle Hebel in Bewegung, ihm ein Leben in Würde zu ermöglichen.

Erst die beiden kurzen Stellungnahmen der Frauen, die das Geschilderte tatsächlich erlebt haben, brachte mir die Möglichkeit die zwei Erzählungen zuordnen zu können. Der Roman liest sich in einem Zug, obwohl die Autorin in den Kapiteln immer wieder die Zeitebene wechselt und einerseits von Lottis Leben im damaligen Osten Deutschlands erzählt und andererseits von ihrem Bemühen um ein menschenwürdigen Leben für den Bruder im Pflegeheim in der Gegenwart. Dadurch entstehen einige Cliffhanger. Mit großem Einfühlungsvermögen beschreibt Hera Lind Bruno und die anderen Familienmitglieder, die sie selber nicht kennenlernen konnte. Sie selbst wuchs so wie ich in Nordrhein-Westfalen auf. Meine Familie hatte immer Kontakte in den Osten. Nach meinem Wissen und ihren Beschreibungen konnte ich mir das Leben in der DDR gut vorstellen. Die gewählte Ich-Form für Lotte brachte mir ihre Gefühle näher. Bewegt las ich über das Bangen und Hoffen der Familienmitglieder in vielen Situationen.

Mit den Schilderungen über den gealterten Bruno und seiner Pflegebedürftigkeit legt die Autorin den Finger in die Wunde unserer heutigen Gesellschaft, der es an Pflegekräften fehlt und die benötigte Zeit für viele Verrichtungen nach Schema abgehandelt werden muss. Das Fehlen des Zwischenmenschlichen und der Wärme im Umgang miteinander tritt dahinter nahezu vollständig zurück.

Wieder einmal gelingt es Hera Lind aus tatsächlichem Geschehen, diesmal sogar aus den Erlebten zweier Frauen, einen aufwühlenden interessanten Roman vor dem Hintergrund der Deutsch-Deutschen-Geschichte zu gestalten. Sie zeigt auf, zu welchen Handlungen die Liebe unter Geschwistern und zu den Eltern fähig ist. Gerne empfehle ich diese lesenswerte Buch weiter.


Die Frau, die frei sein wollte

Another Blog Story

4. Juni 2019

Sehr emotionale Geschichte

Das war nicht das erst Buch, welches ich von der Autorin Hera Lind, gelesen habe. Jedoch muss ich sagen, war es das erste Buch, dass ich leider abbrechen musste. Die Geschichte ging mir so nahe, dass ich einfach zu dem Zeitpunkt nicht weiterlesen konnte. Vielleicht werde ich es eines Tages, wenn ich denke das ich es nochmals lesen kann, wieder hervorholen. Hera Lind schreibt über wahre Geschichten. In diesem Buch geht es um Selma, die mit ihren Eltern als Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland kommen. Mit 17 Jahren verlobgt sie sich mit ihrer ersten grossen Liebe Ismet, jedoch ist das Glück nicht lange auf ihrer Seite. Den ein zufälliges Treffen mit Orhan, verdreht ihr ganzes Lebes auf den Kopf.
Die Autorin greift in diesem Buch Themen auf, die leider noch heutzutage in den meisten Familien vorkommen. Sehr emotional und ein Buch zum nachdenken, obwohl ich es nicht beenden konnte.


Über alle Grenzen

Schramm

30. Mai 2019

Ich habe mir dieses Buch gekauft und angefangen es zu lesen .Am Anfang war es nicht so interessant aber je mehr ich las könnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen.Es ist wie alle Bücher die ich bis jetzt gelesen habe wieder sehr gelungen .Und am Ende auch wieder viel geweint über die Schicksale dieser Menschen.


Hinter den Türen

Birgit

24. Mai 2019

Bewegend

Eigentlich sind alle Biografien von Hera Lind ein Garant für ein Eintauchen in die Geschichte. Aber diese Biografie ist meiner Ansicht nach die bewegendste von allen Büchern. Ich hab mir dafür eine Nacht um die Ohren schlagen müssen, da ich es nicht weglegen konnte.
Unvorstellbar, was das Schicksal für manche Menschen bereit hält.


Hinter den Türen

Gertraud Göllner

19. Mai 2019

Spannende, berührende Bücher

In letzter Zeit habe ich 11 Ihrer Bücher gelesen - verschlungen. Das letzte, das heute fertig gelesen wurde ist: "Die Frau die frei sein wollte:"
Alle Ihre Bücher, die ich in der Bücherei bekommen konnte waren sehr spannend, berührend und für mich auch lehrreich.
Ich freu mich schon auf eine Neuerscheinung.
Mit freundlichen grüßen
Gerti G (76)


Über alle Grenzen

Minangel

18. Mai 2019

zwei bewegende Geschichten: hinter der Mauer und hinter einem Pflegefall

Inhalt: Voller Begeisterung zieht die bayrische Familie Alexander in den späten 1950er-Jahren vom Chiemsee nach Thüringen, wo der Vater Direktor im Erfurter Zoo wird. Ein Paradies für die Kinder Lotte, Bruno und deren Schwestern. Doch dann wird die Mauer gebaut, und es gibt kein Zurück. Obwohl der musikalisch hochtalentierte Bruno gerade frisch verheiratet und Vater geworden ist, flieht er Hals über Kopf in den Westen. Er ist frei, hinterlässt aber eine geschockte Familie, deren Leben nun vollends aus den Fugen gerät. Besonders als Bruno den Vater anfleht, seiner Frau und dem Baby zur Flucht zu verhelfen… (übernommen)

Meine Meinung: Dieser Roman passiert auf wahren Begebenheiten und zeigt das Schicksal einer Familie im geteilten Deutschland auf. Burschi - hochtalentiert musikalisch - möchte einfach seine Träume leben und durch eine unüberlegte Handlung flieht er. Was diese Flucht an Wellen schlägt, ist authentisch schockierend im Buch dokumentiert. Sogar die Familie seiner Schwester muss noch für seine Handlung geradestehen und sehr bewegend wird ihr Alltag in der DDR geschildert.
Der Roman erzählt in der Vergangenheit der DDR abwechselnd mit der Gegenwart, wo wir den Alltag als Pflegefall mit all seinen Hürden und Schwierigkeiten kennen lernen, aber auch der liebevollen schwesterlichen Betreuung begegnen. Durch die wechselnde Erzählperspektive der Vergangenheit und der Gegenwart wurde mir als Leser teilweise befürchtete Schrecken genommen bzw. auch bestätigt, was manchmal der entstehenden Spannung die Auflösung nahm (zB die Flucht, ob sie glückt).
Sehr berührt hat mich auch das Nachwort, wo wir über die realen Personen des Romans und ihren authentischen Erlebnissen erfahren.

Fazit: zwei emotionale Themen (Flucht aus der DDR und das Leben als Pflegefall) wurden zu einem authentischen Roman zusammengefasst. Mir persönlich hätte für die Geschichte auch ein Thema gereicht, um es vollends emotional auszuschöpfen. So war ich etwas hin und her gerissen, aber das Buch ist mir lesenswerte mauerniederreißende 4 Sterne wert.


Über alle Grenzen

Christine A.

16. Mai 2019

Ein deutsches Schicksal

Es ist ein verlockendes Angebot für den Tropenmediziner und Tierarzt Werner Alexander. Ende der 50iger Jahre wird ein Direktor für den Erfurter Zoo gesucht. Die ganze Familie übersiedelt von Bayern in den Osten. Da konnte noch niemand ahnen, dass nur wenige Jahre später diese Entscheidung in eine Katastrophe führte. Inzwischen wurde die Mauer gebaut und die Familie Alexander fühlt sich im Osten gefangen, die Direktorenstelle wurde längst mit einem linientreuen Parteigänger ersetzt. Später führt dann noch die versuchte Republikflucht des Sohnes Bruno zu ständigen Repressalien und Bruno ins Gefängnis.
Die zweite Zeitebene des Romans spielt in der Gegenwart. Lotte hat nach vielen Jahren ihren verschollenen Bruno ausfindig gemacht. Nach den vielen Gefängnisjahren hat er keinen Platz in der Gesellschaft mehr gefunden, seine Familie zerbrach an seinem Alkoholmissbrauch und seinen Gewaltausbrüchen. Er vegetiert inzwischen krank und verwirrt in einem Pflegeheim vor sich hin. Lotte setzt alles daran, dem Bruder die letzte Lebenszeit besser zu machen und auch seine Kinder zu finden um sie zur Aussöhnung zu bewegen.
Es sind also gleich zwei große Themenkreise, die Hera Lind in ihrem Buch zusammenfasst. Wobei wir im Nachwort von Protagonistinnen hören, auf deren Erlebnissen und Aufzeichnungen die Rahmenhandlung des Buches beruht. Lebendige, erlebte Geschichte – das hat mich neugierig gemacht und interessiert.
Sehr anschaulich finde ich das eingeschränkte Leben in der DDR geschildert. Die Bespitzlungen und Eintragungen der Stasi sind für die Familie einschneidend, die Kinder bekommen keine Zeugnisse mehr, eine weiterführende Schule ist unmöglich, all das weiß man aus vielen Berichten. Fast unfreiwillig komisch präsentiert sich die Stasi, wenn später in den Überwachungsprotokollen eine nasebohrenden Tochter aufgeführt wird, die von der Schwester ein Taschentuch gereicht bekommt. Schikane und genaues deutsches Beamtentum ergeben zuweilen eine absurde Mischung.
Allerdings hatte ich das Gefühl, dass Hera Lind sich nicht ganz exakt in den Sprachgebrauch der damaligen DDR einfühlen konnte. Zu viele Anglizismen und aktuellere Redewendungen sind ihr da in den Text gerutscht.
Der zweite Themenkreis – das Wiederfinden des Bruders in einer Pflegeeinrichtung – zeigt das ganze Elend des Pflegenotstandes. Bruno, der kaum noch artikulieren kann und Sozialhilfeempfänger ist, wird eigentlich nur noch verwahrt. Lotte kämpft ganz entschieden gegen diese Missstände an und führt geradezu einen Kreuzzug gegen Heimleitung, überarbeitete Pfleger und Gleichgültigkeit.
Ich kannte Hera Lind bisher nur von ihrem Erstlingswerk „Ein Mann für jede Tonart“ und auch ihren weiteren beruflichen Werdegang hatte ich nicht verfolgt, so dass dieses Buch tatsächlich eine positive Überraschung für mich war. Ich fand es emotional erzählt und auch durch die authentischen Bezüge besonders interessant.


Über alle Grenzen

Rebecca K.

11. Mai 2019

Ein wirklich sehr berührender Roman

In den späten 1950er Jahren zieht Familie Alexander vom Chiemsee nach Erfurt wo der Vater den Posten des Zoodirektors übernimmt. Ein kleines Paradies für die fünf Geschwister der Alexanders, aber dann kommt der Mauerbau und nun gibt es wirklich kein Zurück mehr in die alte Heimat.
Bruno der einzige Sohn der Familie kommt damit nicht so ganz klar, so dass er gerade frisch verheiratet die Flucht in den Westen wagt.
Die Familie bleibt geschockt zurück, doch als Bruno seinen Vater anfleht seiner Frau und seinem Kind zur Flucht zu verhelfen setzt er die Existenz seiner Familie aufs Spiel.

Die Romane die auf Tatsachen beruhen von der Autorin Hera Lind empfinde ich immer mit so viel Liebe und Hingabe erzählt, dass ich diese immer sehr gerne Lese.
Hier bei diesem Roman hat mich auch die Ost-/Westgeschichte neugierig gemacht und so habe ich sehr gespannt mit dem Lesen begonnen.
Der Einstieg ins Buch ist mir recht leicht gefallen und ich bin auch recht zügig durch den Roman durchgekommen was ich so nicht erwartet hätte.
Die Zerrissenheit von Bruno aber auch vom Rest der Familie konnte man während des Lesens sehr gut fühlen, auch konnte ich die Gedanken und Gefühle verstehen und bin wirklich froh nicht in der DDR aufgewachsen zu sein.
Ich fand es auch berührend wie Lotte sich um ihren Bruder kümmert und ja fast schon mütterlich umsorgt. Nur ganz ehrlich wie sie sich den Nachkommen von Bruno gegenüber verhalten hat, fand ich nicht gut man kann niemanden zwingen und das muss man respektieren.
Dem Handlungsverlauf in beiden Handlungssträngen konnte man sehr gut folgen und es war auch wirklich alle so erzählt, dass man alle Entscheidungen nachvollziehen konnte.
Auch fand ich während des Lesens gut, dass alles aus der Sicht von Lotte erzählt war und es so nicht verwirrend war zwischen Gegenwart und Vergangenheit zu wechseln.
Der Spannungsbogen war bis zum Schluss erhalten und so konnte man sich so seine Gedanken machen ob auch wirklich alles gut ausgehen wird.
Die Handlungsorte empfand ich während des Lesens als so detailliert beschrieben, so dass man sich alles ohne Probleme vor dem inneren Auge entstehen lassen konnte.
Auch die verschiedenen Figuren des Romans waren alle sehr liebevoll beschrieben und so konnte man sie sich sehr gut beim Lesen vorstellen.
Alles in allem aht mich der Roman zum Lachen und Weinen gebracht, aber auch zum Hoffen und Bangen sowie auch zum Nachdenken und ja es war ein wirklich berührender Roman für den ich sehr gerne alle fünf Sterne vergebe.


Die Frau, die frei sein wollte

Miel

11. Mai 2019

Kampf um die Freiheit

Ein sehr spannendes und gleichzeitig erschütterndes Buch. Mitten in modernem freien Deutschland wird ein junges Mädchen entführt, missbraucht und zwangsverheiratet. Kaum vorstellbar für uns, für unsere Kultur. Absolut empfehlenswert.