HERA LIND

Leserstimmen

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Weitere Lesermeinungen

Die Frau, die frei sein wollte

Sabine M

10. Februar 2019

Dieses Buch macht Mut

Die 17jährige Selma ist glücklich mit ihrem Verlobten Ismet und freut sich auf die baldige Heirat. Doch eines Tages passiert etwas Schreckliches. Sie wird von Orhan entführt, verliert dadurch ihre Ehre und muss von nun an bei ihm bleiben. Aber Selma lässt sich nicht unterkriegen.


Hera Lind war mir bisher nur von ihren Unterhaltungsromanen bekannt. Dieses Buch unterscheidet sich sehr davon. Die Autorin hat ein sehr ernstes Thema aufgegriffen und erzählt uns die grausame und wahre Geschichte einer jungen Türkin. Schonungslos und schockierend. Einfach unvorstellbar!  


Das Buch liest sich zwar leicht, lässt den Leser aber nur als Beobachter an der Geschichte teilhaben. Die Autorin hält uns mit ihrem fast nüchternen Schreibstil auf Distanz und das ist gut so, denn mehr würde man wohl nicht ertragen. Der Gedanke daran, dass es sich um eine reale Begebenheit handelt, ist schon schlimm genug und kaum auszuhalten. Interessant sind vor allem die Ausführungen, was Religion und Gebräuche betrifft, denn obwohl Selma in einer eher modern denkenden Familie aufgewachsen ist, wird sich hier dann doch wieder auf "alte Traditionen" besonnen. Was für eine Scheinheiligkeit! Für Selma ist dies der Beginn eines jahrelangen Martyriums, bei dem sie kaum Hilfe aus der Familie bekommt. Sie wird ständig psychisch und physisch gebrochen und lebt in permanenter Angst. Umso erstaunlicher ist ihre Kraft und Willensstärke. Wieviel Mut muss eine Frau haben, dies auszuhalten? In all seiner Grausamkeit gibt uns die Geschichte aber auch ein wenig Hoffnung. Denn Selma hat sich befreit und ich hoffe, dass sie jetzt ein Leben ohne Angst führen kann.


Die Frau, die frei sein wollte

JSMD

27. Januar 2019

Fesselnd, ergreifend, berührend

Dieses Buch ist sooo berührend und schockierend. Was diese Frau durchgemacht hat ... unfassbar. Und das kann so auch nebenan passiert sein. Oder findet man es heute noch? Hoffentlich nicht. Ich gebe eine ganz klare Leseempfehlung.


Die Frau, die frei sein wollte

EuleHetty

27. Januar 2019

Schweres Schicksal einer jungen Türkin, oder schwere häusliche Gewalt

Zunächst einmal ist das mein erstes, aber bestimmt nicht letztes Hera Lind Buch. Die Autorin hat einen schönen flüssigen Schreibstil. :-)
Selma ein türkisches Gastarbeiterkind wächst unter strengen Erziehung auf. Lange Zeit bestimmen andere Menschen über ihr Leben und Schicksal, bevor sie endlich den Mut findet, es in die eigene Hand zu nehmen.
ACHTUNG SPOILER:
Unter tragischen Umständen, aufgrund ihrer jungen Naivität gerät sie an einen Ehemann, der sie jahrelang terrorisiert, körperlich und psychisch. Ihre Familie ahnt etwas, fragt aber nicht direkt nach und ist eher mit den eigenen Problemen beschäftigt. Selma erzählt ihre Leidensgeschichte ihrem 2. Lebensgefährten, der vieles nicht nachvollziehen konnte. Warum sie sich nicht schon eher befreit hat usw. So springt die Geschichte in verschiedene Zeiten ihrer Jugend, Kindheit, Gegenwart hin und her. Um zu erklären warum Selma so gehandelt hat.
Andererseits handelt die Geschichte von häuslicher Gewalt. Wo eine Frau endlich den Mut findet daraus herauszubrechen, um ein neues Leben zu beginnen.


Die Frau, die frei sein wollte

Marlene

23. Januar 2019

Fesselnd und erschütternd

Liebe Frau Lind,
ich lese Sie seit ihren ersten Veröffentlichungen und mag Ihren Schreibstil schon immer. Jetzt machte mich meine Mutter auf "Die Frau, die frei sein wollte" aufmerksam, da auch ich selbst einige Jahre in den Fängen meines Expartners, einem Psychopathen, gefangen war. Dieses Buch fällt mir dementsprechend schwer zu lesen, aber ich bewundere Selma für ihren Mut und ihre Kraft. Was Sie mit Ihrer schriftstellerischen Arbeit für die Opfer leisten, ist wirklich bemerkenswert und sehr hilfreich. Ich finde es toll, dass Sie solche Tatsachenromane verfassen, sicher ist das nicht immer einfach.
Vielen Dank für Ihre tolle Arbeit!


Die Frau, die frei sein wollte

Dr. Elisabeth N. Neipp

20. Januar 2019

Fesselnde Lebensgeschichte einer Stehauffrau

Spannender und berührender Tatsachenroman über eine Frau, die unglaublich tapfer viele Jahre ein scheinbar auswegsloses grausames Schicksal erträgt, sich und ihre Tochter aber schließlich mühsam freikämpft. Am Ende schafft sie es aber nicht nur mit ihrer Tochter glücklich in Freiheit und Unabhängigkeit zu leben, sondern auch noch eine steile Karriere hinzulegen.
Hera Lind ist wieder ein Mal ein richtiger Mutmacherroman gelungen, den man schon nach den ersten Seiten nicht mehr aus den Händen legen möchte, bis man erleichtert am wunderbaren Ende angelangt ist.


Die Frau, die frei sein wollte

Buket

15. Januar 2019

Muss jede Frau mal gelesen haben

Perfekt geschrieben, ich wollte wirklich nicht dass dieses Buch zu Ende geht. Jetzt fühle ich mich irgendwie leer. Dieses Buch tat mir wirklich sehr gut. Man merkt dann wirklich was man eigentlich hat und wofür man dankbar sein sollte. LG an alle Selmas und vielen Dank an sie Frau Lind, dass wir durch sie diese wundervolle Frau kennenlernen konnten.


Wenn nur dein Lächeln bleibt

Doris

14. Januar 2019

Danke

Ich danke Ihnen, Frau Hädicke, sehr für dieses Buch. Da ich ähnliche Erfahrungen mache oder gemacht habe wie Sie, hat mich diese Geschichte noch mehr gepackt als andere die diese Thematik nicht kennen.
Meine Tochter kann zwar laufen, reden und selbständig essen, doch in vielerlei Hinsicht sprechen Sie mir aus dem Herzen.
Ich wohne in der Schweiz und wir haben grade das Jahr 2019 angefangen. Ich bin froh dass sich diesbezüglich sehr vieles verändert hat, als noch damals in der DDR.
Und doch bleibt vieles einfach kompliziert und ich brauche oft viel Geduld.
Auch ich kämpfe immer wieder für meine Tochter und bin dazu noch Alleinerziehende. Menschen mit Beeinträchtigungen oder Handicap (mir gefällt das Wort "Behindert" überhaupt nicht) brauchen und kriegen zum Glück heute sehr gute Hilfe.
Vermutlich könnte auch ich solch ein Buch füllen. Glauben Sie mir, ich fühle mit Ihnen. Als Betroffene habe ich mitgelitten und x Mal den Kopf geschüttelt. Danke dass Sie Ihre Erfahrungen mit uns geteilt haben! Es gab mir Mut, dass es sich lohnt für etwas einzustehen, dass für eine Mutter und dem Kind wichtig ist.


Die Frau, die frei sein wollte

Gerda Maria

11. Januar 2019

Traditionen hochhalten

Die Frau, die frei sein wollte, ist ein Roman der ein Gänsehausfeeling hervorruft. Selma wurde in gewisserweise nach türkischen Traditionen und dennnoch frei erzogen. Was ihr passiert ist, ist unglaublich und es ist bewundernswert wie sie sich ins Leben zurückkämpft. Hera Lind schreibt diese Geschichte in einer derartigen fesselnden Art, dass es schwerfällt das Buch aus den Händen zu legen. Trotz Integration möchte ich nicht wissen wie viele Frauen solch ein Schicksal wie Selma heute noch erleben müssen. Dieses Buch ist ein Muss zum Lesen.


Die Frau, die frei sein wollte

Janesway

11. Januar 2019

Sehr bewegend

Alte türkische Vorstellungen von Ehre und Verpflichtung bestimmen Selmas Leben. Glücklicher Weise kommt sie mit ihrer Familie bei der Wahl ihres zukünftigen Ehemannes überein. Doch dann steigt sie zu Orhan ins Auto. Ab diesem Moment gibt es kein Zurück. Denn Orhan wird sie nicht freigeben.

Wie eine einzige Entscheidung im Leben alles umwerfen und auf den kompletten weiteren Lebensweg Einfluss haben kann, dessen wird man hier auf äußerst erschreckende Weise gewahr. Selmas Los wünscht man wahrhaftig niemandem und ihre Verzweiflung in ihrer ausweglosen Lage ist so greifbar, dass ich manche mitfühlende Träne ließ.

Schon nach wenigen Seiten sind wir auf dem Stand, den uns der Buchrücken vorgibt und damit mit dem bereits zu erwartenden Handlungsverlauf am Ende. Was danach kommt, trifft ganz unvorbereitet, aber zielsicher. Es ist eine Erzählung von schrecklicher Ungerechtigkeit, Machtlosigkeit und körperlichem sowie seelischem Leid. Aber auch von dem Recht auf ein unbeschwertes Leben, dem Wunsch nach Selbstbestimmung und von dem Versuch einer Blume, sich trotz grauer Wolken Richtung Sonne zu strecken.

Selma macht charakterlich viele Entwicklungen durch: mal ist sie stolz, mal voller Trauer, mal sehnsüchtig, dann ängstlich…sie ist sehr facettenreich. Und sie zu begleiten, war mir ein echtes Erlebnis. Zeitsprünge in Selmas Kindheit brachten nochmal ganz andere Seiten von ihr zum Vorschein oder erklärten Hintergründe und Beweggründe, auch wenn ich am liebsten bei der Haupthandlung blieb.

Das Buch habe ich regelrecht verschlungen, wie es mir schon ewig nicht mehr passiert ist. Hera Linds schonungslose Beschreibungen verfehlen ihre Wirkung nicht. Mit dem Wissen darum, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt, prägen sich die Ereignisse sehr ein.

Ich wünsche dir, „Selma“, weiterhin viel Stärke im Kampf gegen deine Dämonen aus der Vergangenheit. So viele Jahre, in der deine Geschichte verschlossen in dir ruhte…jetzt wird sie hinausgetragen in die Welt, auf dass das Leid und das Unrecht Gehör finden und dein Mut andere ansteckt, sich nicht in ihr vermeintliches Schicksal zu ergeben.

„Sobald der erste Schritt getan ist, kann es nur noch vorwärts gehen.“


Die Frau, die frei sein wollte

Raphaela_1

10. Januar 2019

Das Thema ist sehr interessant

aber die Art der Erzählung fand ich etwas fad und sehr vorhersehbar. Auch die Dramatik kam aus dem Erzählstil nicht so heraus, wie es das Thema verlangte. Man arbeitet viel mit Plattitüden und Vorurteilen und der ständige Wechsel zwischen Vergangenheit und Zukunft verwirrt auch.